Einkäufer werden fit in Business English gemacht

von Redaktion LZ
Freitag, 04. März 2005
In den Einkaufsbereichen des KarstadtQuelle-Konzerns gilt das Beherrschen der englischen Sprache als Kernkompetenz. Im Rahmen der Learntec wurde vorgestellt, wie die Mitarbeiter durch Blended Learning darauf hin qualifiziert werden.



Ohne Englisch läuft im Einkauf bei KarstadtQuelle gar nichts - Telefonate, Termine, Präsentationen oder Verhandlungen werden mit internationalen Lieferanten in englischer Sprache durchgeführt. Der Holdingvorstand beauftragte daher im Frühjahr 2003 das konzerneigene Competence Center "E-Learning", ein Sprachenqualifizierungskonzept speziell für Einkaufsmitarbeiter zu entwickeln.

Ziel war, die aktuellen Englischkenntnisse zu verbessern und spezielle Inhalte wie Verhandeln, Telefonieren und Präsentieren zu vermitteln. Die Qualifizierungsmaßnahme sollte neben herkömmlichen Präsenzveranstaltungen auch Online-Lernmethoden beinhalten, also als Blended-Learning-Maßnahme durchgeführt werden.

Die ersten 125 Teilnehmer haben das Sprachentraining bereits absolviert. Wie Sylvie di Giusto, Leiterin des Competence Centers E-Learning, erklärt, war es nicht einfach, alle Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Das Konzept musste die erforderliche zeitliche und örtliche Flexibilität und die unterschiedlichen Vorkenntnisse der betroffenen Zielgruppe berücksichtigen, denn für Einkaufsmitarbeiter aus unterschiedlichen Konzerngesellschaften, Standorten und Positionsgruppen, mit ungleichen Aufgabenschwerpunkten musste ein gemeinsamer Nenner gefunden werden.

"Aufgrund des großen Erfolges - 60 Prozent der Teilnehmer haben bereits messbar bessere Sprachkenntnisse, ist diese Qualifizierungsmaßnahme inzwischen fester Bestandteil des internen Bildungsprogramms", so Sylvie di Giusto. Dabei wird so vorgegangen, dass jeder Teilnehmer gemäß seines bisherigen Kenntnisstandes in die richtige Stufe des Sprachentrainings eingruppiert wird.

Dazu wird ein Online-Einstufungstest absolviert, durch den die Fremdsprachenkenntnisse in eine europaweit gültige Skala eingeordnet werden. Auf Basis dieses Tests erhalten die Teilnehmer Lernprogramme. Sie enthalten Basiswissen (CEF-Stufen A1, A2 usw.) und die Spezialthemen Telephoning, Meetings, Presentations oder Negotations.

Tim motiviert und betreut

Während des gesamten Lernprogramms werden die Teilnehmer von "Tim", dem Tutor, betreut. Er erklärt Schritt für Schritt, was wo und wie zu tun ist. Die Programme werden mit Hilfe der Maus oder durch den "Voice Pilot" bedient. Durch Anweisungen werden die Mitarbeiter an jeder Stelle des Lernprogramms motiviert zu sprechen. Dazu gibt es ein Sprachlabor, in dem die persönliche Aussprache von Texten mit der Aussprache von "native speakern" verglichen wird.

Die Lernprogramme können über das konzernweite "Trainings Center" von jedem Arbeitsplatz aus gebucht und bearbeitet werden. Erlaubt der eigene Arbeitsplatz aus technischen Gründen keine Bearbeitung oder fühlen sich die Mitarbeiter beobachtet bzw. gestört, finden sie auch im "E-Learning-Center" einen Platz. Zudem erhalten alle Sprachschüler die Lernprogramme im Offline-Format auf CD, so dass sie ebenso zu Hause oder auf Geschäftsreise einfach und schnell auf die Inhalte zugreifen können.

In den Selbstlernphasen werden Präsenzveranstaltungen vor- und nachbereitet. Dabei bestimmen die Mitarbeiter selbst Lernrhythmus, -geschwindigkeit und -ziele. Präsenztrainings finden regelmäßig in den Hauptverwaltungen von Karstadt, Quelle und Neckermann statt. Hier wird außerdem die Sprachpraxis trainiert.

Der Online-Test wird auch als persönlicher Zwischentest eingesetzt, um zu überprüfen, ob bereits Fortschritte erzielt werden konnten. In der Abschlussprüfung wird per Web geprüft, ob das Ziel erreicht wurde, sich innerhalb von sechs Monaten um mindestens eine Kompetenzstufe zu verbessern. Jedem Teilnehmer ist zudem ein Mentor zugeteilt, der wöchentlich "Mentorenbriefe" per E-Mail verschickt. In diesen Lernbriefen erhalten die Teilnehmer Lerntipps und Aufgaben, die bis zur nächsten E-Mail beantwortet werden müssen.

Sehr wichtig für das Gelingen des Projektes sei die Einführungsveranstaltung gewesen, so Sylvie di Giusto. Die Teilnehmer, Vorgesetzten bzw. Direktoren, Betriebsrat und Vertreter der Unternehmensleitung sowie Personalentwickler waren eingeladen worden, um die Bestandteile des Sprachentrainings, den erforderlichen Zeitaufwand und die Bedienung des Lernprogramms detailliert vorzustellen. (ba)

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