Kaufhof fördert die Solidarität unter Kollegen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 06. Mai 2005
Kaufhof in Frankfurt, Foto:LZ
Kaufhof in Frankfurt, Foto:LZ
Unter dem Motto "Kollegen helfen Kollegen" richtet Kaufhof einen Solidarfonds ein. Auf freiwilliger Basis fließen die Cent-Beträge der Nettogehälter auf ein spezielles Konto.



"Ziel ist es, Mitarbeitern und deren Angehörigen, die unverschuldet in Not geraten sind, finanziell zu helfen", erklärt Ulrich Köster, Personalchef der Kaufhof Warenhaus AG in Köln. Zu den Notfällen können beispielsweise langwierige Krankheiten, behinderte Kinder von Angestellten oder Beerdigungskosten, die nicht aufgebracht werden können, gehören.

"In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass solche tragischen Situationen häufig mit finanzieller Überforderung verbunden sind", weiß Köster. Motivation der Initiative ist, diese Menschen gezielt mit einer einmaligen Spende finanziell zu unterstützen.

Die Kaufhof-Angestellten spenden freiwillig die Cent-Beträge hinter dem Komma ihrer monatlichen Nettogehälter. Der April-Gehaltsabrechnung lag ein entsprechendes Formular bei, auf dem das Einverständnis schriftlich zu erklären war.

Die Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. Im Vorfeld wurden die Angestellten via Intranet, über K-TV (das interne Kaufhof-Fernsehen) und die Mitarbeiterzeitung informiert. Mit dem Mai-Gehalt fließen die ersten Gelder auf ein separat geführtes Konto. "Die Spender bleiben anonym", sagt Köster. Es werden keine Statistiken darüber geführt, wer sich an dem Projekt beteiligt.

Verwaltet wird das Guthaben von einem vierköpfigen Vergabeausschuss. Er setzt sich paritätisch aus dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates und seinem Stellvertreter sowie der Personalabteilung, darunter auch Ulrich Köster, zusammen.

Der Ausschuss entscheidet auch über die Vergabe der Mittel. Dafür wurde ein entsprechendes Regelwerk erstellt. "Die Leistungen erfolgen freiwillig nach dem Ermessen des Vergabeausschusses unter Berücksichtigung des Einzelfalls und nach Vermögenslage des Solidarfonds." Initiiert wurde das Modell von der Personalleitung und dem Gesamtbetriebsrat. (juh)

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