Social Intranet Architektur für die digitale Arbeitswelt

von Julia Wittenhagen
Freitag, 18. November 2016
Lutz Hirsch: Gründete 2003 die Agentur Hirschtec, die Intranets vom Konzept bis zur redaktionellen Betreuung begleitet.
Hirschtec
Lutz Hirsch: Gründete 2003 die Agentur Hirschtec, die Intranets vom Konzept bis zur redaktionellen Betreuung begleitet.
Lutz Hirsch bietet mit 45 Mitarbeitern Kunden wie Frosta, Weleda und RTL Support bei der schlüsselfertigen Einführung von Intranets und Mitarbeiterportalen. Die Erfolgsfaktoren und K.O.-Kriterien kennt er sehr genau.

Herr Hirsch, was motiviert Unternehmen, in eine neue Intranet-Lösung zu investieren?

Sie möchten interaktiver, dialogorientierter werden und damit auch ihren jungen Mitarbeitern gerecht werden, die privat längst daran gewöhnt sind, soziale Medien zu nutzen. Außerdem möchten sie das hohe E-Mail-Aufkommen reduzieren. Es eignet sich nicht für den schnellen Informationstransfer, weil Daten lokal gespeichert werden.

Wer gibt den Impuls?

Oft die Unternehmenskommunikation, manchmal HR. In mittelständischen Unternehmen der Geschäftsführer.

Wie ist ein modernes Intranet aufgebaut?

Ein Social Intranet hat drei Säulen: Redaktion, die aus der Unternehmenskommunikation gespeist wird. Kollaboration durch virtuelle Communities samt Aufgabenlisten und Dokumentenablage. Das dritte Element sind fließende Gruppenchats wie bei Xing oder LinkedIn.

Wann wird es gut angenommen?

Wenn Mitarbeiter den Nutzen des Intranets erkennen, es in ihren Arbeitsablauf einbauen und mit mobilen Geräten jederzeit auf den Chat zugreifen können. Unternehmen sollten eine schnell adaptierbare Technologie mit einer einfachen Struktur wählen, so dass der Nutzer mit wenigen Klicks am Ziel ist. Aus Erfahrung wissen wir, dass ein Intranet niemals ein Selbstläufer ist. Nicht umsonst hat Frosta für die Heranführung, Schulung und Motivation der Mitarbeiter eine halbe Stelle geschaffen. Auch wichtig: Ein Social Intranet kann nicht die Kommunikationskultur ändern. Transparenz muss vorher schon da sein.

Wie groß ist der Aufwand?

Das ist immer abhängig vom Unternehmen und seinen Anforderungen. Ein fertiges Intranet2Go kostet 30.000 bis 60.000 Euro, ein individuell gebautes 80.000 bis 300.000 und eine Plattform für einen Großkonzern bis zu einer Million Euro. Je nachdem, ob das Unternehmen Cloud-Lösungen oder lokale Lösungen wählt, differieren die Kosten für Lizenzen und Konfiguration. Auch die Zahl der Nutzer ist relevant für den Preis. Die Angaben können daher immer nur als Richtschnur verstanden werden.

Was hemmt Unternehmen, ein Intranet einzuführen?

Sie erkennen nicht, wie wichtig es ist, den Mitarbeitern die richtigen Informationen für ihre Arbeit zu liefern. Kundenorientierte Plattformen haben immer Priorität. Für uns tut sich da eine digitale Schere zwischen intern und extern auf: Unternehmen verkennen, dass virtuelle Arbeitsräume wirklich für Effizienzsteigerung sorgen. Das Finden von Informationen und Daten wird durch eine zentrale Ablage für alle leichter. Und der klassische Top-Down-Kommunikationsfluss bricht automatisch auf, weil das Intranet alle Teilnehmer miteinander vernetzt. Ein Beispiel: Produktionsmitarbeiter haben meist keinen Bedarf, in große Konzepte involviert zu werden. Sie können aber ganz schnell im Detail Bericht erstatten, wenn im Team plötzlich Fragen zum Herstellungsprozess aufkommen.

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