Krise verschärft Druck auf die Personalkosten

von Roswitha Wesp
Freitag, 10. Juli 2009
Ohne Planung und Controlling der Personalkosten geht im deutschen Mittelstand nichts mehr. Wie eine Studie der S+P-Software und Consulting AG, Leipzig, zeigt, stehen in der Krise Umstrukturierungen und Entlassungen an.



Weit mehr als ein Drittel der Unternehmen bestätigt in der Umfrage, dass Freisetzungen und Umstrukturierungen derzeit einen hohen Stellenwert haben. Waren es im Januar 2009 noch 35 Prozent der befragten Mittelständler, die für das laufende Jahr betriebliche Veränderungen oder Entlassungen planten, sind es jetzt 39 Prozent.

Gleichzeitig rückt das Thema Personalbeschaffung & Recruiting weiter in den Hintergrund. Gaben Anfang des Jahres noch 27 Prozent der Befragten an, dieses Thema zukünftig eher zu vernachlässigen, sind es mittlerweile schon 35 Prozent, lautet ein weiteres Studienergebnis.

Die Personalkostenplanung und das Controlling jedoch genießen einen deutlich höheren Stellenwert. Mehr als die Hälfte der Personalentscheider (57 Prozent) wollen mit besserer Personalkostenplanung der Krise trotzen.

Auch die Investitionen in die eigenen Mitarbeiter werden zukünftig wegen des Kostendrucks geringer ausfallen. Immerhin gab fast jedes achte Unternehmen an, dass die Bedeutung von Personalentwicklung und Weiterbildung 2009 sinken werde. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Januar von 6 auf 12 Prozent verdoppelt. Gerade in wirtschaftlich kritischen Zeiten sollten Firmen jedoch nicht allein auf die Kostenbremse treten, betont S+P-Vorstandschef Matthias Schneider.

Dennoch geben viele Unternehmen an, dass sie auch die Notwendigkeit der Mitarbeiterbindung nicht mehr in dem Umfang positiv bewerten wie noch zum Jahresanfang. Damals maßen noch 37 Prozent der Betriebe dem Thema eine steigende Relevanz zu, heute sind es nur noch 24 Prozent.

An der zweiten Online-Umfrage zum S+P-Trendindex Personalarbeit beteiligten sich über 350 deutsche Mittelständler. Mit rund 33 Prozent waren die Befragten im Dienstleistungsbereich am stärksten vertreten, gefolgt vom Handel mit 12 Prozent.

Knapp zwei Drittel der befragten Firmen befasst sich vermehrt mit der Flexibilisierung der Arbeit. Auch hier ist die Tendenz mit einem Anteil von 64 Prozent stark steigend im Vergleich zum Januar, als noch 49 Prozent flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitkonten einführen wollten. In puncto Vergütungssysteme setzen die Personaler mittlerweile eher auf Planungssicherheit. Nur noch 29 Prozent gaben an, mehr über variable Systeme nachzudenken. Zu Jahresbeginn waren es noch 40 Prozent. (we)

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