Konzepte in Bildern Die innovativsten Vollsortimenter 2017

von Lena Bökamp
Donnerstag, 21. Dezember 2017
Die Vollsortimenter versuchen sich vermehrt mit einer hochwertigen und individuellen Inszenierung der Frischebereiche zu profilieren.
T. Schindel
Die Vollsortimenter versuchen sich vermehrt mit einer hochwertigen und individuellen Inszenierung der Frischebereiche zu profilieren.
Immer hochwertiger auftretende Discounter und neue Onlineanbieter wie Amazon - die Vollsortimenter stehen durch neue Konkurrenten verstärkt unter Druck. Die Lebensmittelhändler reagieren mit hohen Investitionen und innovativen Konzepten auf der Verkaufsfläche. Die LZnet-Redaktion zeigt die wichtigsten Ansätze des Jahres im Überblick

  • Supermarkt als Wohlfühlort

    Die Rewe Group testet derzeit verschiedenste Ansätze, um den Einkauf in ihren Supermärkten stärker zum Erlebnis zu machen. Unter dem Arbeitstitel "Rewe 2020" sollen Aspekte wie Frische, Convenience, Eigenproduktion, Bedienung und gastronomische Angebote im Markt gestärkt werden. 2018 haben sich die Kölner die schrittweise Multiplikation der Ansätze auf die Agenda geschrieben. Wie ein zukunftsfähiger Rewe Markt heute schon aussehen kann, zeigt sich unweit der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Dort setzen die Kölner vor allem auf Frische-Convenience, Eigenproduktion vor Ort und Produkte zum Selbstabfüllen. Zu einem echten Hingucker hat der Händler auch die Wein- und Spirituosenabteilung gemacht. Viel Holz, dunkle Fussböden, eine Sofabank in der Kosmetikabteilung sowie eine Lounge der Glocken Bäckerei sollen zudem die Aufenthaltsqualität für die Kunden steigern.

  • Fernab vom Mainstream

    Eine stärkere Rolle der selbstständigen Kaufleute steht bei Rewe schon seit Längerem auf der Agenda. Neuerdings wollen die Kölner ihren Genossen auch die volle Selbstständigkeit ermöglichen. Welch außergewöhnliche Ansätze die Selbstständigen unter rot-weißer Flagge schon heute fahren, zeigt sich exemplarisch in der Edeka-Hochburg Hamburg. Der Ex-Spar und Ex-Edeka Händler Glasmeyer wagt sich an seinem jüngsten Standort in den Othmarscher Höfen an zahlreiche neue Konzeptbausteine und setzt mit Frischeabteilungen in Feinkost-Manier, einem Sortiment fernab vom Mainstream und sehr persönlichem Service eigene Akzente. Mit einem umfassenden und individuellen Getränke-, Wein und Spirituosensortiment mitten im Markt positioniert sich der Händler als Anbieter auf Fachhandelsniveau.

  • Regionalstarker Nahversorger

    Das Rewe-Tochterunternehmen Wasgau überarbeitet derzeit sein Vertriebskonzept und investiert kräftig in einen neuen Marktauftritt sowie ein schärferes hauseigenes Frischeprofil. Beispielhaft zeigt sich der Ansatz am neueröffneten Traditionsstandort in Pirmasens, wo der Pfälzer Platzhirsch satte 10 Mio. Euro in den Komplettumbau gesteckt hat. Als Paradeabteilungen rüstet Wasgau die Obst- und Gemüseabteilungen sowie die Bedientheken massiv auf. So zeigt etwa eine gläserne, begehbare Dry-Aged Reifekammer, wie Händler hochwertige Fleischwaren gekonnt in Szene setzen können. 

  • Gastronomie mittendrin

    Auch die Rivalen von Edeka zeigen, wie Vollsortimenter auf der Fläche mit innovativen Ansätzen punkten können. Der oberpfälzische Kaufmann Stefan Legat setzt in seinem neuen Markt in Kemnath nicht nur auf eine heimelige, typisch bayerische Atmosphäre zur Differenzierung, sondern rückt auch seinen Bistrobereich mit 16 Plätzen, der an die Bedientheken angedockt ist, in das Zentrum der Verkaufsfläche. Ein Aushängeschild im Laden ist auch die Fischtheke samt eigenem Räucherofen und Aquarium. Bewährt hat sich für den Edeka-Aufsichtsrat auch das eigens entwickelte Drogeriekonzept "Eviva", das er mit leichten Sortimentsanpassungen erneut auf der Fläche umsetzt.

  • Pionier für Multichannel

    Auf die Bedürfnisse von zukünftigen Shoppern richtet Edeka-Kaufmann Ingolf Schubert seinen neusten Markt in Waren aus. Der E-Food-Pionier hat bei der Konzeption der Verkaufsfläche die Anforderungen seines florierenden Online-Lieferservices berücksichtigt. Da die Fläche nicht nicht nur als Verkaufsraum dient, sondern teilweise auch als Warenlager für Online, wagt der Kaufmann einen echten Multichannel-Ansatz. Für wichtige Schnelldreher steht im Filiallager zudem eine eigene Packzone zur Verfügung. Doch auch als traditionelle Einkaufsstätte weiß der Markt mit einer gelungenen Mischung aus regionalem Flair und moderner Gestaltung zu überzeugen.

  • Großfläche mit Probiergarantie

    Für seine SB-Warenhäuser sucht der Handel aktuell nach Strategien für die Zukunft. Wie eine standortspezifische Lösung für eine in die Jahre gekommene Marktkauf-Großfläche aussehen kann, demonstriert Edeka Minden-Hannover in Osnabrück. Dabei setzt die Regionalgesellschaft auf deutlich mehr Inszenierung, Genuss und Bedientheken mit Probiergarantie. Der Auftritt wirkt mit zwei eigenen Gastrokonzepten, vielen regionalen Lieferanten sowie zusätzlichen Servicedetails zeitgemäß und überzeugend. Bei Nonfood hat Marktkauf die einzelnen Warenbereiche zudem in Themen- und Verweilwelten wie Beauty und Haushalt gebündelt.
Aldi Nord Herten
H. Niggemann

Mehr dazu

Konzepte in Bildern Die spannendsten Discountmärkte 2017

Schlagworte zu diesem Artikel:

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats