Spaß am Führen

von Redaktion LZ
Freitag, 15. April 2005
Das Führungskräftetraining bei Kraft Foods Deutschland hat eine neue Form erhalten - der globale Ansatz ist im Konzern in den Vordergrund gerückt: Alle Mitarbeiter, die auf ihre Führungsaufgabe vorbereitet werden oder erst seit kurzem in der Verantwortung stehen, sollen die gleiche Sprache sprechen und die gleichen Werte und Prinzipien vermitteln. Das Ziel: ein weltweit einheitliches Führungsverständnis.



In jahrelanger enger Zusammenarbeit mit der Proaktiv Management AG, München, war ein Training entwickelt worden, das auf authentisches Verhalten der Teilnehmer großen Wert legt. Für das neue Konzept "Managing People at Kraft" wurden die bisherigen Inhalte angepasst und erweitert.

Das Training umfasst jetzt vier Schulungstage, die sich mit Praxisphasen abwechseln. So werden die Teilnehmer zu Beginn auf das Handeln und Führen im Sinne der Visionen und Werte von Kraft Foods eingeschworen. Im Anschluss daran werden Fähigkeiten für die Kommunikation und Interaktion vermittelt. Den Abschluss des ersten Tages bildet das Thema "Delegieren".

Am zweiten Schulungstag stehen MAP/Performance Management auf dem Programm. MAP steht für Managing and Appraising Performance und ist ein Instrument für die Leistungsbeurteilung und Mitarbeiterentwicklung für alle Führungsnachwuchskräfte und diejenigen, die bereits in der Verantwortung stehen. Es folgen die Sequenzen Coaching und Feedback.

Zwischen dem zweiten und dritten Trainingstag folgt eine mindestens vierwöchige Praxisphase.

Konflikmanagement

Situatives Führen, Motivieren und Managing/Führungswandel stehen am dritten Schulungstag auf dem Programm. Den Abschluss des Trainings bilden die Themen Recht, das Führen von Teams sowie Konfliktmanagement.

Das Training vermittelt und verinnerlicht durch verschiedene Übungen die Inhalte. Proaktiv setzt dabei auf ein spezielles Bewegungskonzept: Zwischen den einzelnen Trainingstagen dient die mehrwöchige Praxisphase der direkten Umsetzung der neuen Erkenntnisse.

Am nächsten Trainingstag präsentieren alle Teilnehmer ihre Praxiserfahrungen vor der Gruppe und geben ihren Kollegen Tipps. Im weiteren Verlauf wird auf die Kenntnisse aufgebaut. Proaktiv-Trainer Jürgen Rehberg achtet darauf, dass jede künftige oder schon in Verantwortung stehende Führungskraft am Ende der Schulungssequenz konkrete Aufgaben für seine Praxisphase mitnimmt.

Er motiviert sie dazu, zur Umsetzung des Gelernten den Rahmen des gewohnten Handelns zu verlassen. Nach jeder Schulung bewertet jeder Teilnehmer, wie er die neuen Inhalte persönlich angewandt hat.

So trainiert Rehberg unter anderem das aktive Zuhören als wesentliche Fähigkeit zum Aufbau einer vertrauensvollen Kommunikation untereinander. Auch das partnerschaftliche Mitarbeitergespräch steht auf der Tagesordnung. Für einen strukturierten Ablauf von Meetings werden klare Handlungsempfehlungen gegeben.

Fit für die Zukunft

Auch für die Kraft Foods Schweiz AG hält Proaktiv die Manager fit für ihre Führungsaufgaben der Zukunft. Denn diese verändern sich ständig. Heute ist ein bewusster, partnerschaftlicher Führungsstil gefragt, so Christine Renz, Personalleiterin von Kraft Foods Schweiz.

Daraus ergeben sich Fragen wie: "Was heißt das für unsere Führungscrew?" Und vor allem: "Welchen Nutzen bringt das den Mitarbeitenden?", "Welche Strategien entwickle ich, um in einer komplexen, sich ständig verändernden Welt meine Mitarbeitenden zum Erfolg zu führen?".

Hier seien klare Lösungen gefragt, so Peter Passul, Training Manager bei Proaktiv Management. Alle Führungskräfte werden viermal einen Tag lang durch die sequenziell gestaltete Trainingsmethode geschult. Dazwischen liegen vier Wochen Praxisphase, in denen jeder Teilnehmer für sich persönlich das Gelernte umsetzen sollte.

Am darauf folgenden Trainingstag tauscht er dann seine Erfahrungen mit den anderen aus. Zu den wichtigsten Führungsthemen gibt der Trainer Merkkarten aus, auf denen alle Themen nochmals kurz und prägnant zusammengefasst und mit einem ausdrucksstarken Bild verstärkt sind.

Bei Einführung des Trainings haben zunächst die beiden General Manager zusammen mit Peter Passul zwei Tage in einem Intensivtraining verbracht.

Danach wurden die Geschäftsleitungen trainiert, bevor die zweite Ebene - alle weiteren Mitarbeiter mit Führungsverantwortung - das Coaching absolvierten. "Durch den konsequenten Top-down-Ansatz ergibt sich der Vorteil, dass jetzt die gesamte Führungscrew eine gemeinsame Sprache spricht", erklärt Christine Renz.

"So können sich Standards in der Führungskultur entwickeln, was unser Teamwork wesentlich vereinfacht und auch dazu beiträgt, dass wir uns gegenseitig verstehen und respektieren." Alle Mitarbeiter fühlten sich tatsächlich wie eine globale Kraft-Familie. Für die Schweizer Business Unit ist dies das bislang größte Trainingsprogramm und eine gewaltige Investition in die Mitarbeiter. (ba)

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