Haustarif gescheitert

von Redaktion LZ
Mittwoch, 18. Mai 2005
LZ|NET. Gestern scheiterten die Verhandlungen zur Verlängerung des Haustarifvertrag zwischen Kronenbrot und der Gewerkschaft NGG.



Die NGG Tarifkommission hat mehrere Kompromissangebote gemacht, die nach eigenen Angaben "weit unter dem Haustarifvertrag des letzten Jahres und unter den Abschlüssen der Mitbewerber Kamps, Harry, Stauffenberg und Müller-Brot lagen". Dennoch habe sich der Brothersteller kompromisslos gezeigt.

Gegenüber der LZ sagt Lothar Mainz, geschäftsführender Gesellschafter der Kronenbrot KG Franz Mainz, dass die Angebote der NGG "nicht wie behauptet unter den Abschlüssen der Wettbewerber lagen".

Zu den Forderungen Kronenbrots gehörte unter anderem eine Absenkung der Löhne für alle Neueinstellungen um 10 Prozent sowie eine Senkung der Nachtarbeitszuschläge von 50 Prozent auf 30 Prozent. Darauf wollte sich die Gewerkschaft nicht verständigen.

Nach den misslungenen Verhandlungen will sich der Brothersteller wie bereits angekündigt, rückwirkend zum 1. April 2005, dem Flächentrarif des Bäckerhandwerks anschließen, allerdings "Bestandsschutz für Stammmitarbeiter und Verbesserungen für Neueinstellungen gegenüber dem Bäckerhandwerk vornehmen", betonte Mainz.

Die Gewerkschaft hält dieses Vorgehen für ein Ablenkungsmanöver, da "alles jederzeit widerrufbar ist, was nicht durch Tarifvertrag zu 100 Prozent abgesichert ist". Außerdem sei Kronenbrot kein Handwerks- sondern ein Industriebetrieb.

Nun will die NGG Arbeitskampfmaßnahmen vorbereiten. Mainz hält dies für rechtswidrig, da die Tarifabschlüsse für das Bäckerhandwerk erst zum 30. Juni 2005 vorgesehen sind. "Bis dahin herrsche Friedenspflicht", so Mainz.

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