Verkäuferin erhält Kündigung per SMS

von Judit Hillemeyer
Freitag, 11. August 2006
Sittenverfall im Arbeitsverhältnis: In Großbritannien ist eine Verkäuferin von ihrem Filialleiter per SMS entlassen worden. Die Angestellte bekam die Textnachricht auf ihr Mobiltelefon geschickt während sie krank war, berichtet die Londoner "Times" in ihrer Freitagsausgabe.



Dies wäre in Deutschland nicht möglich, wie der Stuttgarter Rechtsanwalt Michael Henn von der Deutschen Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft e.V. mit Sitz in Brühl betont. Denn, so der Arbeitsrechtsexperte, in Deutschland gibt es seit 2002 zwingende Vorschriften für den Ausspruch der Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Papier ist Pflicht

Nach den einschlägigen Vorschriften des BGB (Paragraph 623) "kann eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses nur schriftlich erfolgen". Sie muss im Original und auf Papier ausgesprochen werden.

Damit, so Henn, seien mündliche Kündigungen ebenso ausgeschlossen wie die elektronische Übermittlung etwa per Kurznachricht (SMS), E-Mail und Fax. Diese Vorschrift gelte auch für Aufhebungsverträge.

In Deutschland wäre eine derartige Kündigung daher wegen Missachtung der Formvorschriften unwirksam. Arbeitnehmer sollten es deshalb nicht versäumen, sich gegen derartig mitgeteilte Kündigungen zu wehren und anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen. Im Zweifelsfall, sagt Henn, müsse die Unwirksamkeit einer derartigen Kündigung gerichtlich festgestellt werden. (juh)

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