Ein offenes Wort

von Redaktion LZ
Dienstag, 11. Mai 2004
Thomas Scherf
Thomas Scherf
Der Psychologe und Berater Thomas Scherf von Propers hat Lekkerland-Tobaccoland bei der Einführung des Mitarbeitergespräches unterstützt.



LZ: Wie werden Führungskräfte auf ein Mitarbeitergespräch vorbereitet?

Scherf: Es gibt eine theoretische Fundierung mit einigen Kommunikationsregeln. Den Schwerpunkt bildet natürlich die Praxiserfahrung. Das heißt, sie lernen, sich in die Gesprächssituation hineinzuversetzen. Geübt wird in Form von Fallbeispielen und Rollenspielen.

LZ: Wie sollten die Übungsgruppen zusammengesetzt sein?

Scherf: Bei Lekkerland-Tobaccoland waren die Gruppen bunt gemischt, das ermöglicht das Einbringen vielfältiger und unterschiedlicher Erfahrungen in einem experimentellen Spielraum. Unerlässlich ist, dass eine solche Übungssituation auch Fehler zulässt.

LZ: Welche Kommunikationsregeln sollten eingehalten werden?

Scherf: Es beginnt damit, dass man sich darüber im Klaren ist, in welchen Prozess die eigene Führungsrolle eingebunden ist. Wichtig ist, dem Mitarbeiter mit Respekt zu begegnen. Die Grundvoraussetzung der Zusammenarbeit basiert letztendlich auf einem kooperativen Führungsmodell. Dazu gehören nicht nur Vertrauen und die Fähigkeit des Zuhörens, sondern auch die Fähigkeit, Fragen zu stellen. Führungskräfte neigen dazu, sich alle Frage selbst zu beantworten. Auch der positive Umgang mit Kritik ist erforderlich.

LZ: Wie geht man mit Emotionen um?

Scherf: Emotionen sind immer da. Gefühle des Mitarbeiters sollte man annehmen und gleichzeitig hinterfragen.

LZ: Wie sollte ein Vorgesetzter mit Konflikten umgehen?

Scherf: Konflikte sind positiv. Sie sollten offen angesprochen werden. Sie können auch die Wirkung eines reinigendes Gewitters haben, woraus sich neue Lösungen ergeben. Wenn Emotionen sehr hoch schaukeln, dann ist es ratsam, wenn sich die Betroffenen eine Auszeit gönnen und das Gespräch unterbrechen, um es dann später mit Ruhe fortzusetzen.

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