Ein virtuelles Kosmetikunternehmen leiten

von Redaktion LZ
Freitag, 24. September 2004
LZ|NET. L'Oréal rekrutiert akademischen Nachwuchs über ein virtuelles Spiel. An dem Online-Wettbewerb "L'Oréal E-Strat Challenge" können sich angehende Wirtschaftswissenschaftler und - erstmals - Ingenieure beteiligen.



Rund 4 500 Studenten werden an dem Wettbewerb teilnehmen. Im vergangenen Jahr wurden 3 000 Teilnehmer von 30 000 Bewerbern zugelassen. 2005 wird mit steigender Nachfrage gerechnet, so Astrid Hauser, Unternehmenssprecherin bei L'Oréal.

"E-Strat Challenge" ist ein internationaler Wettstreit, bei dem Studenten eine virtuelle Kosmetikfirma leiten. Die Teams treffen unternehmerische Entscheidungen auf Basis einer Internet-Simulation. Sie entwickeln einen Geschäftsplan für die Zukunft ihres Unternehmens. Ziel ist es, den Aktienkurs ihrer Firma zu steigern.

Beim diesjährigen Wettbewerb müssen die Teams erstmals den Faktor "Corporate Social Responsibility" berücksichtigen und ein Umwelt- beziehungsweise Sozialprojekt in ihre unternehmerischen Entscheidungen integrieren.

Soziales Engagement

Das Engagement hat Einfluss auf den Aktienkurs, erläutert Hauser, und fließt deshalb in die Bewertung des Geschäftsmodells mit ein. Mit diesem Aspekt gewinnt das Spiel außerdem an Komplexität.

Neu ist außerdem die so genannte "Academic Competition": Professoren von ausgewählten deutschen Universitäten und Business Schools können den Wettbewerb in ihren Lehrplan aufnehmen. Studenten sammeln so spielerisch Noten beziehungsweise Bonuspunkte.

Weltweit können 300 Teams den "E-Strat Challenge" im Rahmen ihrer Vorlesungen spielen.

Das Kosmetikunternehmen veranstaltet den Wettbewerb inzwischen zum fünften Mal. Das Strategiespiel hat sich mit insgesamt 56 000 teilnehmenden Studenten von 1 600 Universitäten von Anfang an zu einem internationalen Wettstreit entwickelt.

1 500 Gruppen mit je drei Studenten aus sieben unterschiedlichen Regionen der Erde treten sechs Wochen lang gegeneinander an. Die 16 Teams der Endrunde werden am 31. März 2005 für drei Tage nach Paris zum Finale eingeladen.

Dort stellen sie "ihr Unternehmen" den Mitgliedern des L'Oréal Top-Managements vor. Bei dem internationalen Wettbewerb ist Englisch die Kommunikationssprache. Bei dem nationalen Kräftemessen, das unter gleichem Namen im Internet stattfindet, wird auf deutsch kommuniziert.

Komplexe Produktionswerke

Ingenieure werden in diesem Jahr erstmals zum Mitspielen eingeladen. "Wir haben auch in unseren Produktionswerken Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern, denn die Produktionsabläufe sind hochkomplex", sagt Hauser.

Der Wettbewerb bietet beiden Seiten, Arbeitgeber und potenziellem künftigen Arbeitnehmer, Gelegenheit zum Kennenlernen. Die Studenten können das Top-Management des Unternehmens treffen und die L'Oréal-Personalmanager haben Gelegenheit, die Teilnehmer in Aktion zu beobachten.

Das Online-Spiel fungiert nicht als obligatorisches Rekrutierungsinstrument, das für alle Bewerber verbindlich ist. Interessenten haben auch die Möglichkeit, sich direkt bei L'Oréal online zu bewerben. Weltweit gingen 2003 mehr als die Hälfte aller Bewerbungen über das Internet bei uns ein", so Hauser.

Seit dem ersten digitalen Wettbewerb im Jahr 2000 hat L'Oréal weltweit 100 Studenten aus 22 Ländern eingestellt. "In Deutschland konnten wir letztes Jahr sechs Nachwuchsführungskräfte über E-Strat rekrutieren", sagt Oliver Sonntag, Personaldirektor von L'Oréal Deutschland.

Darüber hinaus bietet der Kosmetikkonzern mit dem "L'Oréal Marketing Award" und der "Brain Wave Mission" Marketingfachleuten und Künstlern eine Plattform zur Darstellung ihres Könnens.

Der Bewerbungszeitraum für den diesjährigen "E-Strat Challenge" endet am 2. November dieses Jahres. Bewerben können sich BWL- und Ingenieurstudenten von Universitäten, Hochschulen und Business Schools im Internet unter www.e-strat.loreal.com. Der Wettbewerb startet am 8. November. Auf die Sieger wartet eine einwöchige Weltreise zu einem Ziel ihrer Wahl.

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