LZ Karrieretag Talente für die FMCG-Branche

von Julia Wittenhagen und Silke Biester
Donnerstag, 30. Juni 2016
Feuer und Flamme: Der LZ Karrieretag begeistert informationshungrige Studenten für die Arbeitgeber der Branche.
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Feuer und Flamme: Der LZ Karrieretag begeistert informationshungrige Studenten für die Arbeitgeber der Branche.
Frankfurt. Mehr als 300 Studierende aus ganz Deutschland nutzten den achten LZ Karrieretag intensiv, um mit potentiellen Arbeitgebern über Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten, Verdienst und Unternehmenskultur zu sprechen.

"Absolventenkongresse gibt es viele. Aber nirgends ich kann ich so fokussiert mit Arbeitgebern der Konsumgüterindustrie in Kontakt treten", brachte es eine Studentin aus Berlin auf den Punkt, die bald ihren Master in BWL macht. Die Qualität der Kontakte lobten ebenso die Aussteller, die sich mit Cafébar, Crêpe-Stand und vielen Give Aways aus ihrem Unternehmensalltag abwechslungsreich im Casinogebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität präsentierten. Dazu gehörten Rewe, Edeka, die Discounter, große Markenartikler wie Ferrero und Unilever sowie "hidden champions" aus Bewerbersicht wie der größte europäische Shopping-Center-Betreiber ECE oder die gastronomisch geprägte Käfer-Gruppe aus München.

Sie brachten den Studierenden nicht nur viele kompetente Ansprechpartner aus dem Personalbereich mit, sondern auch junge Mitarbeiter, die authentisch über ihren Einstieg ins Produktmanagement oder den Vertrieb berichten konnten. Sehr gut kamen die Aussteller-Sessions an: Im Halbstundentakt brachten die Unternehmen dem Publikum in lockerer und sympathischer Art näher, wie und wo der Nachwuchs bei Ihnen einsteigen kannund was ihre Arbeitsweise prägt.

So hob Unilever-Personalchefin Alexandra Heinrichs auf den Wert der Nachhaltigkeit für den Konzern ab, die Zusammenarbeit in agilen, crossfunktionalen Teams und die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, während Lidl-Personalleiter Ary Zietz Interessierte zu einem Schnuppertag einlud. "Wir setzen Euch bei einem Verkaufsleiter ins Auto, damit ihr einen Tag lang seine Arbeit kennenlernt." Eine BWL-Studentin aus dem Publikum fand das hoch interssant. "Bisher habe ich den Job nicht in Erwägung gezogen. Aber wenn er so viel mit Menschenführung zu tun hat, wäre das vielleicht etwas für mich." Lidl freut sich besonders über weibliche Bewerberinnen, während am Aldi-Stand von einem Frauenüberhang auf Verkaufsleiterebene berichtet wurde.

Kaffeespezialist Jacobs Douwe Egberts hat im Zuge der Neustrukturierung Traineeprogramme und Assessment-Center abgeschafft und warb für den Direkteinstieg, um jungen Leuten vom ersten Tag an Gestaltungsspielraum zu geben. Auffällig war, wie oft auf beiden Seiten analog zu der um sich greifenden Duz-Kultur in den Unternehmen die Ansprache "Ihr" und "Euch" gewählt wurde. Studenten mit der Fachrichtung BWL, aber auch Ökotrophologie und Lebensmitteltechnik griffen den lockeren Umgangston gerne auf und zeigten sich teilweise schon sehr gut vorinformiert.

Expertenvorträge bieten Unternehmenseinblicke

In den Expertenvorträgen konnten die Jung-Akademiker ihr Wissen über die Branche vertiefen. Coca-Cola-Manager Erik Hannemann erläutert aktuelle Listungen bei Aldi Süd: "Für Marken wie Coca-Cola wechseln Konsumenten die Einkaufsstätte." Volkmar Schwenk, Ferrero, ergänzt, wie die Kaufentscheidung der Shopper am POS beeinflusst wird. Und der Cosnova-Key-Accounter Thomas Causemann überzeugt seine Zuhörer mit viel Leidenschaft von einem Job im Vertrieb: "Kein Tag ist wie der andere." Der ultimative Ratschlag des POS-Experten Bert Martin Ohnemüller, Neuromerchandising Group: "Tauschen Sie nicht Geld gegen Leben – suchen Sie lieber einen Job, der Spaß macht."

Der kostenlose Bewerbungsmappen-Check der Personalberatungen Rau sowie AFC Consulting wurde extrem gut angenommen. 53 Bewerber nutzten individuelle Einzeltermine. Auch die 100 Gewinner der Gutscheine für ein Foto-Shooting inklusive Styling freuten sich über die professionelle Unterstützung ihres Bewerbungsprozesses. Sehr rege war die Teilnahme an einem zweiten Shooting, zu dem die LZ all jene einlud, die auf das Titelbild des nächsten Magazins LZ Karriere kommen möchten, das im November erscheint.

Positives Ausstellerfazit

Als die Gänge sich am Samstag gegen fünf Uhr lichteten, zeigten sich auch die Unternehmensvertreter sehr zufrieden mit der Qualität der Bewerber. Diese wiederum konnten viele Eindrücke gewinnen und lernen, dass jedes Unternehmen anders tickt. Viele Aussteller ließen offen, ob man besser per Traineeprogramm oder Direkteinstege ins Unternehmen kommt, einen Bachelor oder Master-Abschluss braucht. Nur L‘Oréal gab als grobe Orientierung "den Bachelor für das Traineeproramm, den Master für den Junior Product Manager" aus. "We hire the person not the position", zeigt sich Procter & Gamble flexibel, wenn der Mensch zur Company passt.

An der Offenheit für Bachelor hat die Berliner Studentin, die sich fast alle Präsentationen anhörte, jedoch Zweifel: "Ich weiß, dass die großen Konzerne sogar bei Praktikantenprogrammen Studenten mit abgeschlossenem Master bevorzugen", sagte sie. Nicht zu übersehen ist aber auch, dass die Unternehmen sich mehr denn je bemühen, Talenten jeder Couleur entgegenzukommen und sie mit flachen Hierarchien, schneller Übernahme von Verantwortung, stylischen Büros und freier Zeiteinteilung umwerben. Unverzichtbar ist für alle Arbeitgeber nur eins: Lust auf die Branche.

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