Chance für mehr Mini-Jobs

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. Dezember 2006
Für die Politik ist das Thema Ladenschluss so gut wie durch. Wohl sehen die neuen Regelungen von Bundesland zu Bundesland ein wenig anders aus, jetzt muss die Branche sehen, wie sie damit umgeht. Microsoft hat kleine Unternehmen befragt. Und hier gibt es ebenso viele Befürworter wie Ablehner längerer Öffnungszeiten.



37 Prozent aller Befragten halten die bisherigen Ladenöffnungszeiten für ausreichend. In der Industrie (46 Prozent) und beim Handel (45 Prozent) spricht sich nahezu jedes zweite kleine Unternehmen dafür aus, das Ladenschlussgesetz so beizubehalten wie es ist. Längere Öffnungszeiten führen ihrer Meinung nach nicht zu mehr Umsatz.

Von den Befragten, die eine Lockerung (21 Prozent) oder eine komplette Abschaffung (42 Prozent) befürworten, erachtet eine deutliche Mehrheit Öffnungszeiten von montags bis samstags bis 22:00 Uhr für sinnvoll. Das Einkaufen rund um die Uhr wünschen sich 23 Prozent der Unternehmer, Öffnungszeiten bis 24 Uhr sind für sie eher uninteressant.

Dreiviertel der Befragten befürchten, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Geschäfte gegenüber größeren Kaufhäusern und Handelsketten verschlechtern wird, da die kleinen Geschäfte längere Öffnungszeiten nur schwer gewährleisten könnten. Insbesondere kleine Finanzagenturen (85 Prozent) sowie die Handelsunternehmen (82 Prozent) sind dieser Meinung.

Knapp 40 Prozent erwarten allerdings mit einer Verlängerung der Öffnungszeiten gleichzeitig die Schaffung neuer Arbeitsplätze, vor allem bei Mini-Jobs. Damit rechnen insbesondere kleine Dienstleistungsbetriebe (55 Prozent) und kommunale Versorger (46 Prozent).

26 Prozent der Befragten erwarten ein erhöhtes Lohnniveau auf Grund der zu zahlenden Zuschläge. Dass längere Öffnungszeiten mehr Umsatz bringen, glaubt nur jedes fünfte Unternehmen.

Die Umfrage wurde im Rahmen der Panelstudie "Microsoft Trendbarometer für kleine Unternehmen" erhoben. Das Marktforschungsinstitut TechConsult untersucht darin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen kleiner Unternehmen, Aspekte der Unternehmensführung sowie die Nutzung von Informationstechnologien in Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern.

Dabei werden besonders die Branchen Industrie, Dienstleistungen, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe, Energie- und Wasserversorgung sowie Telekommunikation betrachtet. (juh)

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