Ländermonitor berufliche Bildung Ausbildung variiert bundesweit

von Roswitha Wesp
Donnerstag, 03. Dezember 2015
In Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bayern gibt es mehr Ausbildungsplätze als Interessenten. Wie der "Ländermonitor berufliche Bildung" aufzeigt, haben deutsche Azubis jedoch generell deutlich bessere Chancen als ausländische Jugendliche.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern könnten größer nicht sein. Laut Bertelsmann-Stiftung ist in Mecklenburg-Vorpommern die Chance auf eine Berufsausbildung für Schulabgänger unabhängig vom Abschluss am höchsten: 84 Prozent der deutschen und sogar 89 Prozent der ausländischen Jugendlichen erhalten dort einen Ausbildungsplatz und landen damit nicht im sogenannten "Übergangssystem".

Diese meist vom Land finanzierten Qualifizierungsmaßnahmen, die auf eine Ausbildung vorbereiten sollen, sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich im Angebot und in der Nutzung, heißt es im Ländermonitor.

Er zeigt die Differenzen in den Bildungsstrategien deutlich auf und weist nach, dass Jugendliche mit einem ausländischen Pass in der Regel benachteiligt sind. Bezogen auf den Hauptschulabschluss finden 37 Prozent der Ausländer noch im gleichen Jahr eine Lehrstelle, bei den Deutschen sind es aber 54 Prozent.

Neben den unterschiedlichen Bildungsangeboten sind es vor allem demografische Faktoren, regionale Wirtschaftsstrukturen und unterschiedliche Einkommensverhältnisse, die zu diesen Ergebnissen führen. So gelingt es den Bayern, 70 Prozent ihrer Schulabgänger, die höchstens einen Hauptschulabschluss haben, in eine Ausbildung zu bugsieren. In Schleswig-Holstein sind es nur 37 Prozent.

Laut Ländermonitor hat die duale Ausbildung in Ostdeutschland besonders an Bedeutung verloren. Seit 2007 hat sich die Zahl der Interessenten an einer betrieblichen Ausbildung dort nahezu halbiert.

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