Leadership "Wer gern zur Arbeit kommt, ist erfolgreich"

von Silke Biester
Freitag, 17. Februar 2017
Heiner Gropper: Die Milch allein macht‘s nicht, ein gutes Arbeitsklima ist wichtig.
Heiner Gropper: Die Milch allein macht‘s nicht, ein gutes Arbeitsklima ist wichtig.
Um die Stärkung von Individualität und Gemeinsamkeit seiner Mitarbeiter kümmert sich Molkerei-Inhaber Heiner Gropper schon lange. Freude ist sein zweites Credo.

"Ohne die Mitarbeiter ist ein Unternehmen nichts wert", findet Heiner Gropper. Deshalb liegen dem Inhaber und Geschäftsführer der Molkerei Gropper Themen wie Unternehmenskultur und Leadership am Herzen. Bereits Ende der 1990er Jahre hat er begonnen, zusammen mit seinem Managementteam Führungsgrundsätze zu erarbeiten: Durch "Individualität und Gemeinsamkeit" sind alle Beschäftigten Teil des Unternehmens und verfolgen das gleiche Ziel, lautet einer der Grundwerte. Das zweite Kernthema ist für ihn die "Freude".

"Wer gerne zur Arbeit kommt, ist auch erfolgreich", ist er überzeugt. Umgekehrt könne nichts dabei rauskommen, wenn jemand frustriert seinen Job macht. Das gelte in den Top-Positionen ebenso wie bei etwas einfacheren Aufgaben. Neben der Arbeit selbst haben Umfeld und Umgang der Menschen untereinander einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Allerdings komme den Führungskräften die Verantwortung zu, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass für jeden Mitarbeiter "ein Plus unterm Strich steht".

Deshalb sei soziale Kompetenz Grundvoraussetzung für Führungsverantwortung in der Molkerei. "Führungskräfte müssen die Menschen sehen und erkennen, was der Einzelne braucht", sagt Gropper und weiß zugleich, dass das im Alltag nicht einfach ist: "Es menschelt und kommt natürlich immer wieder zu Konflikten."

Um leitende Mitarbeiter zu unterstützen, gibt es bei Gropper ein Schulungsprogramm in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, Trainern und Coaches. Sollte eine Führungskraft trotz entsprechender Schulungen zu wenig soziale Kompetenz in der Zusammenarbeit mit dem eigenen Team zeigen, wird gehandelt, "sonst macht derjenige eventuell schnell viel kaputt". Fluktuation gelte es in Anbetracht des Fachkräftemangels unbedingt zu vermeiden.

Für Gropper ist es wichtig, dass an Führungskultur ebenso selbstverständlich und kontinuierlich gearbeitet wird, wie man Maschinen regelmäßig wartet. "Da ist man nie fertig", sagt er. Das Ergebnis sei zwar schwer messbar, doch "wenn ich als Arbeitgeber attraktiv sein will, muss ich was tun."

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