Plädoyer für mehr Berechenbarkeit

von Redaktion LZ
Freitag, 25. Februar 2011
Aufbruchstimmung: Die Teilnehmer der Konferenz in Hamburg wollen nach langen Reden endlich Taten sehen.
Leading Women
Aufbruchstimmung: Die Teilnehmer der Konferenz in Hamburg wollen nach langen Reden endlich Taten sehen.
LZnet. Personalfachleute und Wissenschaftler diskutierten auf der "Mixed-Leadership"-Konferenz Wege zu mehr Frauenbeteiligung in den Unternehmensleitungen.
"Es ist höchste Zeit, dass wir vom Reden zum Handeln kommen", leitet Sylvia Tarves, Geschäftsführerin der Strategie- und Personalberatung Leading Women, die Tagung ein. Nicht nur mit Blick auf die berechtigten Ansprüche der Frauen, sondern auch unter Berücksichtigung handfester Zahlen: So würden Unternehmen mit gemischten Führungsriegen durch die Bank bessere Geschäftsergebnisse erzielen, als solche, in denen nur Männer das Sagen haben, zitiert sie die aktuelle "Women-Matter"-Studie von McKinsey.

Key-Note-Speakerin Avivah Wittenberg-Cox, CEO des Consultingunternehmens 20-first, wartet ebenfalls mit einem Berg empirischen Materials auf, um zu illustrieren, dass Deutschland es sich gar nicht länger leisten könne, gut ausgebildete und ambitionierte Frauen links liegen zu lassen.

Denn die internationale Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist hoch: Wenn Unternehmen aus in dieser Frage fortschrittlicheren Ländern die besten Managerinnen "wie Rosinenpicker" abwerben, werde es immer enger für Wettbewerber aus traditionellen Staaten, die viel zu lange auf "men only" gesetzt hätten – wie Japan oder Deutschland. "Das ist wirklich nicht der beste Weg, sein Unternehmen in eine globalisierte Welt zu führen", so die Rednerin.

Frauenförderung nützt der Employer Brand

Damit Frauenförderung kein Lippenbekenntnis bleibt, müssten Unternehmen entsprechende Kennzahlen, Zielvorgaben – und eine funktionierende Erfolgskontrolle implementieren. Das Thema dürfe nicht an das Diversity Management delegiert, sondern müsse beim CEO verankert werden. "Der Vorstand muss für Gender Balance zuständig sein und daran gemessen werden." Networking- und Mentoringprogramme reichten nicht.

"Es muss sich für Manager lohnen und Status bringen, Frauen zu fördern", unterstützt Prof. Dr. Astrid Szebel-Habig von der Fachhochschule Aschaffenburg die Argumentation. Zumal die Thematik auch einen gehörigen Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität ausübe.

Je gemischter das Führungsteam, desto höher sei die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen, aber auch die Kreativität und die Kundenzufriedenheit, zitierte die Wissenschaftlerin aus ihren Forschungsergebnissen. Bei L’Oréal zum Beispiel stammten die meisten Patente aus Forscherteams, die aus Männern und Frauen bestehen.

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