Geringerer Lohn für Lehrlinge

von Judit Hillemeyer
Freitag, 05. August 2005
Lehrlinge, Foto: Tengelmann
Lehrlinge, Foto: Tengelmann
Die Lehrlingsvergütung ist nach Einschätzung des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Braun, zu hoch. Er fordert eine Absenkung der Basislöhne.



Nach Ansicht des DIHK-Chefs ist eine Vergütung von bis zu 800 Euro für Auszubildende für viele Betriebe nicht zu leisten. Deshalb regte er eine Basisvergütung in Höhe von rund 270 Euro an - in Anlehnung an die öffentlich geförderte Ausbildung.

Zudem fordert der Wirtschaftsfunktionär eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Lehrlinge. Braun erhofft sich damit, mehr Unternehmen in Deutschland zu ermutigen, Lehrstellen anzubieten. Laut der Bundesagentur für Arbeit fehlen noch 169.000 Ausbildungsplätze. Im vergangenen Jahr waren es zur gleichen Zeit 8.000 weniger.

Die Regierung und der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisieren den Vorstoß des DIHK-Chefs. Die Bezüge der Auszubildenden wurden in Tarifverhandlungen ausgehandelt - deren Höhe ist mit Zustimmung der Arbeitgeber festgelegt worden.

Betriebliche Ausbildung

Der Tarif angehender Kaufleute im Einzelhandel sieht zwischen 590 und 758 Euro, je nach Lehrjahr, vor. Betriebliche Ausbildung müsse laut Verdi attraktiv bleiben. Durch geringere Abgaben gingen dem Sozialsystem rund 2 Mrd. Euro verloren, so Bundessozialministerin Ulla Schmidt.

Im Rahmen dieser Debatte schlägt der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, die Einführung eines leistungsabhängigen Entgelts vor.

Eine Grundvergütung je nach Branche von 300 bis 500 Euro im Monat würde um leistungsbezogene Zuschläge ergänzt. (juh)

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