Mehr Zeit für Mitarbeiter und Ware

von Redaktion LZ
Freitag, 20. April 2012
Einsatz am iPad: IT-Fachmann Mirko Saul und Vertriebsexperte Dirk Fust präsentieren die Anwendungsmöglichkeiten von LiMO in der Filiale
C. Düthmann
Einsatz am iPad: IT-Fachmann Mirko Saul und Vertriebsexperte Dirk Fust präsentieren die Anwendungsmöglichkeiten von LiMO in der Filiale
LZnet. Lidl stellt seinen Verkaufsleitern jetzt iPads zur Verfügung. Darauf finden sie alle Unterlagen, die sie für ihren Job benötigen. Durch die mobile Lösung soll mehr Zeit fürs Wesentliche bleiben: Mitarbeiter und Warengeschäft.
Verkaufsleiter sind ständig in ihren Filialen auf Achse. Die Unterlagen dafür – von Kennzahlen bis Schulungsunterlagen, von Platzierungsspiegeln bis Personaleinsatzplänen – müssen sie stets dabei haben. Aktenordner und Rollkoffer gehören zur Grundausstattung.

Bei Lidl ist jetzt Schluss damit: Als erster Lebensmittelhändler in Deutschland stattet der Discounter seine Verkaufsleiter flächendeckend mit iPads aus, die alle diese Daten und Fakten auf Fingertipp bereitstellen. "Lidl Mobile Office", kurz LiMO, wurde das Projekt getauft.

Griffbereit: Die Lidl-App zeigt alle Daten und Fakten auf einen Blick
Lidl
"Mit den iPads können die Verkaufsleiter auf Vertriebsinformationen und Kennzahlen in Echtzeit zugreifen", erklärt Projektleiter Mirko Saul. Alle Infos werden automatisch aktualisiert und sind jederzeit verfügbar. "Schwere Ordner, Papier- und Dokumentenberge gehören der Vergangenheit an", nennt Dirk Fust, Lidl-Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, einen Vorteil der neuen Arbeitsweise.

Alle Informationen in Echtzeit

"Wir möchten unseren Führungskräften Zeit geben, sich um das Wesentliche zu kümmern", fügt Stefan Hamm, Bereichsleiter Personal bei Lidl, hinzu. Denn schließlich wollen BWL-Absolventen, die bei dem Unternehmen anheuern, "sich nicht mit Administration beschäftigen, sondern Führungskräfte werden".

Es gehe vor allem um die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und die Optimierung der Geschäftsprozesse. Die Zeitersparnis durch die Einführung von LiMO liege derzeit bei 17 Prozent. Kein Wunder, dass die Tablet-Lösung bei der Zielgruppe ankommt: "Die Rückmeldungen der Kollegen waren sehr positiv", berichtet Fust.

Eine einfache und intuitive Lösung

Lidl wollte eine einfache, sichere, kompakte und intuitive Lösung, die von Nutzern unterschiedlichen Alters und auch von weniger technikaffinen Personen problemlos zu handhaben ist. Die App wurde unternehmensintern konzipiert und dann vom Dienstleister Excelsis aus Stuttgart programmiert. Direkt am Regal oder im Kontakt mit dem Mitarbeiter kann der Verkaufsleiter alle Informationen anschaulich abrufen.

Ein- oder ausgelistete Artikel etwa werden auf dem iPad-Bildschirm als farbig umrahmte Fotos im Regaldesign angezeigt, wo früher Excel-Tabellen zu Rate gezogen werden mussten. Sicherheit wird bei alldem großgeschrieben: "Die iPads sind durch gesicherte Verbindungen mit der Zentrale in Neckarsulm verbunden", erklärt Saul. Und es steht eine 24-Stunden-Hotline zur Verfügung, die auch schnell für Ersatz sorgen kann, falls mal ein Gerät streiken oder gestohlen werden sollte.

Rollout bis zum Herbst 2012

Bislang wurden 300 Tablets vom Typ iPad 2 mit 16 Gigabyte und UMTS-Verbindung an Verkaufsleiter, Vertriebsleiter und Geschäftsführer der Regionalgesellschaften ausgehändigt. Bis zum Herbst 2012 sollen es deutschlandweit etwa 1.000 sein.

Die Projektkosten beziffert Lidl mit weniger als 2 Mio. Euro für Hardware, Software, Schulungen und Rollout. Ein internationaler Einsatz "mit bis zu 4000 Geräten" sei ebenfalls geplant.

Eine Entwicklung, die auch Personaler Hamm begrüßt. "Das iPad ist ein hochemotionales Produkt und ein Geschenk für uns als Recruiter", unterstreicht er die Imagewirkung des Projekts. So könne das Unternehmen nach innen wie nach außen zeigen, "dass wir uns mit den neuesten Technologien befassen und attraktive Arbeitbedingungen bieten".

Spielen, Surfen oder Zeitunglesen allerdings kann man auf den Dienst-iPads nicht. Der App-Store ist gesperrt. Und das ist gut so, findet Hamm: "Nach Feierabend sollen die Mitarbeiter das Gerät beiseitelegen. Das ist auch mit Blick auf die Work-Life-Balance wichtig."

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