Markt für Zeitarbeit ist rückläufig

von Redaktion LZ
Freitag, 10. September 2004
LZ|NET. Trotz der herausragenden Stellung, die die Politik der Zeitarbeit für die deutsche Wirtschaft einräumt, geht das Marktvolumen für Zeitarbeitsleistungen nach einer Studie der Lünendonk GmbH zurück. Zudem wird darin die weitverbreitete Meinung, Zeitarbeit sei hauptsächlich eine Chance für Arbeitslose, in Frage gestellt.



Die vorliegende Studie der Lünendonk GmbH, Bad Wörishofen, zum Thema "Führende Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland", liefert Einblicke in den deutschen Arbeitsmarkt und um die Wiedereingliederung von Beschäftigungslosen in den Arbeitsprozess.

Die weitverbreitete Annahme, Zeitarbeit sei hauptsächlich eine Chance für Arbeitslose, den Wiedereinstieg zu schaffen, muss nach der Lünendonk-Studie revidiert werden, denn 30 Prozent der Vermittelten kommen direkt von der Ausbildung, vom Studium oder von der Festanstellung und nicht aus der Arbeitslosigkeit.

Von den verbleibenden 70 Prozent der Vermittelten sind wiederum nur 16,8 Prozent länger als ein Jahr arbeitslos gewesen. Das entspricht lediglich jedem sechsten Zeitarbeitnehmer.

Die Untersuchung der Marktvolumen-Entwicklung ergibt, dass die Zeitarbeit nach 2002 auch im Jahr 2003 rückläufig war.

Diese Entwicklung sei besonders im Hinblick auf den Staat, der im Rahmen von Hartz III die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung als wichtigen Beitrag zur Lösung der Konjunktur- und Strukturkrise ansieht, beachtenswert, so die Analysten.

Staatliche Maßnahmen, wie die Einführung von Job-Centern und Personal-Service-Agenturen konnten den Zeitarbeitsmarkt nicht beleben. Positive Impulse werden jedoch von Hartz IV erwartet. Die "Flucht in Arbeit", aus Angst vor dem so genannten Arbeitslosengeld II, werde sich laut Zeitungsberichten belebend auf die Branche auswirken.

Das Volumen des Zeitarbeitsmarkts betrug 2002 noch 5,8 Mrd. Euro, 2003 hingegen nur noch 5,5 Mrd. Euro, das sind etwa 5 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Davon konnten die Top 15 der Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Branche 2,6 Mrd. Euro, also etwa 47 Prozent des Gesamtmarktes, auf sich vereinigen.

Die andere, gute Hälfte des Marktvolumens teilen sich die verbleibenden mittleren und kleineren häufig regional und sektoral operierenden Zeitarbeitsunternehmen. Zeitarbeitsmarkt wenig konzentriert#/ZT# Im Vergleich mit dem Ausland ist der deutsche Zeitarbeitsmarkt an der Spitze relativ gering konzentriert. Randstad als größter Personaldienstleister realisiert einen Marktanteil von nur knapp 9,8 Prozent, gefolgt von Adecco mit 6,5 Prozent, Manpower mit 5,2 und Persona Services mit genau 5 Prozent.

Der kumulierte Marktanteil der Top 5 hat sich in den vergangenen Jahren praktisch nicht verändert. Randstad und Adecco konnten trotzdem die Anzahl vermittelter Zeitarbeitnehmer erhöhen, bei den meisten kleineren Unternehmen, aber auch bei Manpower und Persona ging diese Zahl leicht zurück.

Obwohl die Arbeitnehmerüberlassung mit durchschnittlich 78 Prozent Anteil am Gesamtumsatz immer noch die bedeutendste Dienstleistung der Personalagenturen ist, vergrößert sich die Palette der angebotenen Services ständig. Personal-Sourcing und -Contracting wird immer wichtiger und auch Outsourcing, Personalvermittlung, Personalberatung und Outplacementwerden künftig eine größere Rolle spielen.

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