Vorhang auf für neuen MBA

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 02. Oktober 2008
Jürgen Lüssen
Jürgen Lüssen
Der Studiengang MBA Vertriebsmanagement startet an der Leuphana Universität Lüneburg. Neben dem Studium Generale gibt es Schwerpunktvertiefungen für die Branchen Konsumgüter, Pharma und Finanzdienstleistungen.



Jürgen Lüssen, Professor und Studiengangsleiter an der Leuphana Universität Lüneburg

"Aufgaben im Vertrieb erfordern zunehmend eine akademische Qualifizierung, um wirtschaftlich erfolgreich agieren zu können", so Jürgen Lürssen, Studiengangsleiter an der Leuphana Universität Lüneburg. Diesem Anspruch will das Studium gerecht werden. Es ist generalistisch aufgebaut und bietet darüber hinaus branchenspezifische Vertiefungen in den Vertriebsbereichen Konsumgüter, Pharma und Finanzdienstleistungen an. "Das ist in Deutschland ein einzigartiges Konzept", sagt Lürssen. Für das Projekt konnten Spezialisten unterschiedlicher Hochschulen als Dozenten gewonnen werden.

Die Qualifizierung richtet sich an Führungs- und Nachwuchskräfte im Vertrieb, zum Beispiel im Key Account Management, im Außen- und Innendienst sowie in vertriebsnahen Bereichen wie Marketing, Verkaufsförderung, Werbung, Produktmanagement und Kundendienst. Das Programm sei ebenso für Unternehmer und Selbstständige geeignet. "Unser Ziel ist es, mit dem MBA künftige Vertriebsleiter auszubilden", betont Lürssen.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Studienkurs ist ein erster akademischer Abschluss - unabhängig davon, in welchem Studienfach er erworben wurde, und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung. Teilnehmer ohne wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt im Erststudium erlernen in einem Vorkurs die "Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre". Erforderlich sind außerdem Englischkenntnisse, denn rund 25 Prozent der Lerninhalte werden in dieser Sprache vermittelt.

Der MBA ist als berufsbegleitender Präsenzstudiengang konzipiert. Die Dauer beträgt 18 Monate. Die Lehrveranstaltungen finden in den ersten dreizehn Monaten an 28 Wochenenden in Lüneburg statt - in der Regel freitags ab 15 Uhr bis samstags 17 Uhr. Im Schnitt ist das jedes zweite Wochenende. Die letzten fünf Monate dienen der Anfertigung der Master-Arbeit. Maximal 20 Studenten pro Kurs will die Universität aufnehmen.

Das Interesse bei den Konsumgüterherstellern sei positiv, sagt Lürssen. Er weiß, dass der norddeutsche Standort Lüneburg insbesondere für Interessenten aus Süddeutschland keine Bequemlichkeit verspricht, dafür aber zusätzliche Übernachtungskosten. Die Studiengebühr ohne den Vorkurs beträgt 15.000 Euro (plus 600 Euro für Semesterbeiträge). Weitere Informationen sind im Internet unter www.leuphana.de/mba-vm erhältlich.

Bei entsprechender Nachfrage will die Universität darüber nachdenken, ob das Studium nicht auch in anderen deutschen Städten angeboten werden kann - in räumlicher Kooperation mit anderen Hochschulen. Der universitäre Charakter soll beibehalten werden. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende November. Das Studium beginnt im kommenden April.

Auf einen Blick

Der MBA Vertriebsmanagement will Praxis- und Branchenorientierung vermitteln. Das Programm besteht aus neun Modulen, die in Lerneinheiten gegliedert sind. Viele Aufgabenstellungen betreffen die Wirtschaftzweige Konsumgüter, Pharma und Finanzdienstleistungen.

Sie werden gleichermaßen vermittelt, branchenspezifische werden gesondert behandelt.

Kerncurriculum

Themen der strategischen Unternehmens- und Marketingplanung sowie der Vertriebsplanung spielen eine wesentliche Rolle im MBA - auch auf internationaler Ebene. Gelehrt werden sollen zudem der Umgang mit Informationstechnologie und deren Beurteilung sowie der Einsatz von Controlling-Instumenten.

Überfachliche Orientierung

In diesem Rahmen geht es um Selbstevaluation, Karriereziele, Arbeitseffizienz und -organisation sowie Teamarbeit. Auf dem Lehrplan stehen außerdem verschiedene Führungsinstrumente sowie Personalgewinnung, -auswahl und -förderung sowie die interkulturelle Kommunikation.

Konsumgüterindustrie

In dem branchenspezifischen Modul stehen unter anderem Konsumverhalten, Kommunikationspolitik, Werbung, Markenführung, die Optimierung der Wertschöpfungskette zwischen Industrie und Handel sowie nationales und internationales Key Account Management auf dem Lehrplan. (juh)

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