Erster MBA für Handelsmanager

von Judit Hillemeyer
Freitag, 21. September 2007
Carsten Rasner
Carsten Rasner
Business-Schulen sind en vogue. Der Markt boomt in Europa. Ab Herbst bietet die Business School of Management and Innovation der Berliner Steinbeis-Hochschule erstmals ein MBA-Studium speziell für das Handelsmanagement an. Im November sollen die ersten 15 Teilnehmer an den Start gehen.



Im sich rasch wandelnden Umfeld einer globalen Wirtschaft steigt der Wettbewerbsdruck im Handel. "Daraus resultieren neue Anforderungen an Unternehmen und an deren Nachwuchsführungskräfte", erklärt Carsten Rasner, Direktor der School of Management and Innovation (SMI). Unter dieser Prämisse wurde gemeinsam mit der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) der erste deutschen MBA-Studiengang für den Handelssektor gegründet.

Das MBA-Studium verzahnt Theorie und Praxis. Es setzt sich aus Vorlesungen, Unterrichtsgesprächen, verhaltensorientierten Trainings, Kleingruppenarbeiten und interaktiven Lernformen wie Case Studies, Planspielen und Unternehmenssimulationen zusammen.

Neben dem Studienschwerpunkt Handelsmanagement werden die Themenfelder Kooperationsmanagement und Verbundgruppen berücksichtigt. Hinzu kommt die "berufsintegrierende" Projektarbeit. Der Unterricht findet sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache statt.

Komplexes Management

"Ziel des MBA-Studiums ist es", so Rasner, "den zunehmenden Konzentrationsprozessen und komplexen Herausforderungen im Handel innovativ zu begegnen." Für den Direktor ist das berufsbegleitende Studium eine attraktive und praxisnahe Form der Weiterqualifikation.

Carsten Rasner, Direktor der School of Management and Innovation

Zielgruppe des zweijährigen Studiums sind Manager und Nachwuchsführungskräfte aus dem Groß- und Einzelhandel, Vertriebsabteilungen von Industrieunternehmen sowie Verbundgruppen, die Handelsmanagementqualifikation erwerben möchten.

"Manager brauchen nicht nur Fach- und Branchenwissen, sondern auch Kenntnisse in der Personalführung", so Rasner. Um diesen Anforderungen begegnen zu können, wurde ein übergreifendes Curriculum entwickelt. Es gliedert sich in drei Module: General Management, Handelsmanagement, Leadership.

Vermittelt werden soll ein Portfolio von Methoden und Wissen. Im ersten Schritt geht es um Strategies, Operations, Controlling und Marketing. Der zweite Studienschwerpunkt wird durch handelsspezifische Themen geprägt wie Kooperationsmanagement, Supply Chain Management und Handelsmarketing. Beleuchtet werden auch internationale Entwicklungen und Trends.

Führungstechniken

Für die avisierte Zielgruppe sind "verhaltensorientierte Führungs- und Persönlichkeitsseminare von hoher Bedeutung", sagt Rasner. Mitarbeiterführung, Management der eigenen Person und Konfliktlösungen sind die Inhalte des Leadership-Moduls.

Erfahrungsgemäß erklimmen die meisten MBA-Absolventen in relativ kurzer Zeit den nächsten Karriereschritt. Das Coaching-Konzept soll dazu beitragen, die Studierenden zur nächst höheren Ebene ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu führen.

Doch das Studium soll nicht nur der individuellen Karriere dienen, sondern auch dem Arbeitgeber nützlich sein. Dafür hat die Steinbeis-Hochschule das Konzept des Projekt-Kompetenzstudiums entwickelt. Der Student definiert gemeinsam mit seinem Unternehmen und den Dozenten der Hochschule ein relevantes Projekt, das er während des Studiums fortlaufend bearbeitet.

Sukzessive soll das Erlernte auf das Praxisprojekt angewendet werden. Beispiele sind Markterschließungs-Konzepte, innovative Produktstrategien oder organisatorische Optimierungen. (juh)

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