Umziehen für den Aufstieg

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. Dezember 2006
Ein Wohnortwechsel ist heutzutage für den Großteil der Manager Pflicht, wenn sie eine neue Position antreten. Die Mehrheit nimmt die damit verbundenen Unannehmlichkeiten jedoch nur notgedrungen in Kauf.



Wer heutzutage eine Managementkarriere anstrebt, weiß bereits, dass ihn regelmäßige Jobwechsel erwarten. 70 Prozent der befragten Personalberater und Headhunter sagen heutigen Einsteigern fünf oder mehr Wechsel in ihrem Berufsleben voraus.

Zu diesem Ergebnis kommt das Portal Immobilienscout 24, für das TNS Infratest bundesweit hundert Personalberater und Headhunter im Juni dieses Jahres befragte. Fast ein Drittel geht sogar von acht und mehr verschiedenen Arbeitsplätzen im Laufe der Karriere aus - eine Verdoppelung im Vergleich zu 1999.

Die Wenigsten können mit einem "Job auf Lebenszeit" rechnen: Nur jeder Sechste der Befragten sieht auf Berufseinsteiger von heute keinen bis drei Wechsel zukommen.

Derzeit wechselt durchschnittlich jeder Zweite im Mittleren Management mit dem Job auch seinen Wohnort. Im Top-Management sind es sogar über 60 Prozent.

Dieser Trend wird in den kommenden fünf Jahren weiter zunehmen. Größere Flexibilität wird dabei besonders von Managern in IT, Handel, Telekommunikation und Industrie sowie von Unternehmensberatern verlangt.

"Der Manager von heute weiß, dass er mobil sein muss. Er stellt sich dieser Herausforderung, wünscht dabei aber auch professionelle Unterstützung," so Dr. Bernd Büchner, Senior Research Consultant bei TNS Infratest Mobility.

Die aktuelle Mobilitätsstudie verdeutlicht, worauf es den Jobwechslern in Managementpositionen ankommt: Das Private muss geregelt sein, der Partner muss mitziehen, die Trennung vom eigenen Haus, der eigenen Wohnung organisiert werden.

Die Umfrage zeige auch, dass ein Pendeln zwischen Wohnort und neuer Arbeitsstätte, auch bei größeren Entfernungen, oft die Option ist, für die man sich entscheidet.

Bei aller Freude über die neue Position erachtet die Mehrheit der Manager einen Umzug als notwendiges Übel. Lediglich ein Viertel zieht gerne um.

Die meisten können dem Wohnortwechsel allerdings auch etwas Positives abgewinnen: Neue Erfahrungen zu sammeln wird von den Jobwechslern als größtes Plus des Umzugs genannt (27 Prozent).

Auf dem zweitem Rang stehen bei Top-Managern finanzielle Vorteile, wogegen das Knüpfen neuer Kontakte im Mittleren Management eine größere Rolle spielt. Dennoch überwiegen die Sorgen: Fast alle Befragten sehen Probleme, am neuen Wohnort eine geeignete Arbeit für den Partner des Jobwechslers zu finden. (juh)

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