Manager-Profile Internationale Expertise oft gering

von Silke Biester
Mittwoch, 24. Februar 2016
Jedem dritten CEO in Europa fehlt trotz globaler Verantwortung die internationale Erfahrung. Das zeigt eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates.

Der typische deutsche CEO ist bei seiner Ernennung 51 Jahre alt und bereits seit 13,4 Jahren im Unternehmen tätig. Jeder Vierte (27 Prozent) war vorher CFO. Drei Viertel waren bereits im Unternehmen oder dessen Aufsichtsrat tätig. Zu diesem Ergebnis kommt die Personalberatung Russell Reynolds Associates durch Analyse von 1.000 Manager-Profilen.

Die Bedeutung der lebenslangen Unternehmenszugehörigkeit verliert insbesondere in Deutschland aber massiv an Bedeutung: Nur 12 Prozent der aktuellen Vorstandsvorsitzenden gehörten während ihrer gesamten Karriere demselben Unternehmen an. In ihrer Vorgängergeneration waren es noch 42 Prozent.

"Die Beschleunigung der Wirtschaft, globale Zusammenschlüsse und die digitale Transformation vieler Geschäftsmodelle wirken sich auf die Besetzung von Schlüsselpositionen aus", haben die Studienmacher beobachtet. "Zunehmend werden externe Top-Manager an Bord geholt." Durch strukturierte Nachfolge-Prozesse würden sie an ihre spätere Aufgabe als CEO herangeführt.

Internationale Führungserfahrung ist keine zwingende Voraussetzung für die Auswahl. So verfügen in Europa 31 Prozent der CEOs über keinerlei internationale Expertise. In Amerika haben sogar 74 Prozent der Chefs keine berufliche Auslandsstation im Lebenslauf. Dafür liegt Nordamerika in puncto Diversity im weltweiten Vergleich deutlich vorn: Während in Europa seit 2012 lediglich einer von hundert CEO-Posten mit einer Frau nachbesetzt wurde, steht in den USA und Kanada immerhin jedes zwanzigste Unternehmen unter weiblicher Führung.

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