Viele Köche verderben den Brei

von Judit Hillemeyer
Freitag, 12. August 2005
Zu den Entscheidungsblockaden in deutschen Unternehmen gehört, dass zu viele mitreden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Akademie-Studie unter Managern.



Deutsche Führungskräfte schreiben sich Entscheidungsfreude zu. Dass es trotzdem oft zu Verzögerungen bei wichtigen Beschlüssen kommt, liegt ihrer Meinung nach an den komplexen Strukturen: Zu viele reden mit oder verfolgen eigene Interessen. Das hat die "Akademie-Studie 2005" (Bad Harzburg und Überlingen) herausgefunden. Dazu wurden 560 Führungskräfte befragt.

Fast 84 Prozent sind der Meinung, dass Beschlüsse in Unternehmen vor allem dann blockiert oder sogar verhindert werden, wenn zu viele Personen am Entscheidungsprozess beteiligt sind.

Zu wenig Kommuniaktion

Den zweiten Platz der Rangliste der "Entscheidungsblockaden" nimmt mit gut 76 Prozent ein benachbartes Phänomen ein: "Macht und Interessenkonflikte verhindern ein Votum für die beste Entscheidung". Auf dem dritten Platz: "Entscheidungen werden nicht oder zu wenig kommuniziert".

Auffallend: Nur etwas mehr als ein Viertel sieht die Ursache von Fehlentscheidungen oder Entscheidungsblockaden darin, dass die Unternehmenskultur keine Fehler zuließe.

Auch externe Faktoren werden nur sparsam als Erklärung herangezogen: Nur 38 Prozent können die undurchsichtige Rechtslage als Entschuldigung akzeptieren. Dass zu häufiger Personalwechsel den Entscheidungsfluss aufhält, glaubt weniger als die Hälfte (49,3 Prozent).

Nahezu 88 Prozent der Befragten sind mit ihren Datenquellen und Hintergrundberichten zufrieden. Ihnen stehen nach eigener Ansicht immer die notwendigen Informationen zur Verfügung, um Entscheidungen angemessen fällen zu können. Nur jeder fünfte Manager gibt an, meistens spontan aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Die ausführliche "Akademie-Studie 2005" steht im Internet unter www.die-akademie.de zum kostenlosen Download bereit. (juh)

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