Lust an der Macht

von Judit Hillemeyer
Freitag, 07. Januar 2005
Frauen, die Führungsverantwortung übernehmen, haben meistens Spaß am Umgang mit der Macht. Das ergab eine Umfrage der Akademie für Führungskräfte, Bad Harzburg und Friedrichshafen, in Kooperation mit dem internationalen Management-Netzwerk EWMD (European Women’s Management Development International Network).

Mehr als 78 Prozent der 270 befragten Managerinnen sagen "ja, ich habe Lust an der Macht", 13 Prozent wollen sich nicht festlegen. Nur eine Minderheit von 8,5 Prozent verneint die Lust an der Macht, heißt es in der Untersuchung.

Knapp 35 Prozent definieren für sich das abstrakte Wort Macht als Möglichkeit, "Dinge zu bewegen und verändern zu können". Andere Umschreibungen sind "Einfluss ausüben zu können" (21,6 Prozent) oder "Sozialkompetenz und verantwortlich handeln".

Die Definition "Verantwortung für Menschen übernehmen" verbinden 19 Prozent mit dem Begriff Macht. Den Umkehrschluss "nur wer machtbewusst ist, kann Führung übernehmen", akzeptieren die meisten Frauen nicht. Dieser Aussage wollen weniger als die Hälfte (39,4 Prozent) zustimmen.

68 Prozent aller weiblichen Führungskräfte fühlen sich von männlichen Kollegen unterschätzt. Ist der Chef weiblich, haben die Männer anscheinend immer noch bewusst oder unbewusst Probleme. Zumindest registrierten die befragten Frauen Vorbehalte und Abwehrmechanismen.

Widerstand von Männern

So hat jede in ihrem Berufsleben Widerstände gegenüber Männern durchsetzen musste. Vor allem fühlen sich Frauen unterschätzt. 68,1 Prozent gaben an, gegen diese subversive Form des Widerstandes ankämpfen zu müssen. 29 Prozent, also fast jede Dritte, spürt den deutlichen Neid ihrer männlichen Kollegen.

Mit der Arbeitsbelastung kommen die Chefinnen dagegen sehr gut klar. Nur wenige leiden unter dem Born-out-Syndrom. 32,5 Prozent empfinden die Auslastung im Job als gerade recht, mehr als die Hälfe (56,2 Prozent) fühlt sich stark ausgelastet.

Nur eine Minderheit hat Grund zur Klage: 10,2 Prozent fühlen sich überlastet, 1,4 Prozent klagen, zu wenig ausgelastet zu sein. Und das, obwohl die meisten (72 Prozent) in eine Ehe oder Partnerschaft leben. 39,9 Prozent sind außerdem noch Mutter. (juh)

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