Mangel an qualifizierten Fahrern

von Judit Hillemeyer
Freitag, 15. Januar 2010
Der Mangel an Fachpersonal ist auf vielen Ebenen spürbar - auch in der Logistik. Um in der aktuellen Wirtschaftssituation flexibel und schlank auf Änderungen der Marktsituation reagieren zu können, setzen viele Unternehmen bei der Personalplanung auf Zeitarbeiter. Doch ähnlich wie die Brauerei Paulaner wird die schwierige Suche nach erfahrenen Berufskraftfahrern für den Vertrieb beklagt.



In den Saisonspitzen von April bis Oktober ist die Brauerei auf zusätzliches Lkw-Fahrpersonal angewiesen. Die eine Hälfte des Bedarfs rekrutiert die Brauerei über den Dienstleister namens Fahr-Zeit, die anderen 50 Prozent kommen aus der Brauerei-Gruppe selbst. "Es wird immer schwieriger qualifiziertes Personal zu finden", erklärt Andrea Weing, Personalreferentin bei Paulaner in München. Gesucht werden in erster Line erfahrene und zuverlässige Fahrer auf Zeit, weniger Berufsanfänger oder Job-Hopper. Bei Bewährung haben die Zeitkräfte eine Chance auf eine Festanstellung.

Die Situation verschärft sich mit neuen gesetzlichen Vorgaben. Seit 10. September vergangenen Jahres muss jeder Lkw-Fahrer, der eine entsprechende Fahrerlaubnis einer C-Klasse erwirbt, eine zusätzliche Prüfung nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) vorweisen. Betroffen sind davon nicht nur Neueinsteiger, sondern auch Arbeitgeber. "Eine Grundausbildung kostet uns pro Mitarbeiter 6 000 Euro", so Weing. Bereits berufserfahrene Fahrer müssen vom Arbeitgeber jährlich qualifiziert werden.

Mit dieser Aufwertung des Berufsbildes wird die Arbeitsmarktsituation komplizierter werden, befürchtet die Personalreferentin. Denn viele Unternehmen werden sich um eine immer kleinere Anzahl ausgebildeter Fachkräfte bemühen. (juh)

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