"Anderen über die Schulter schauen"

von Redaktion LZ
Freitag, 16. September 2011
Austragungsort: Gelernt wird in kleinen Gruppen in den Räumlichkeiten der EBS im Rheingau.
Markenverband
Austragungsort: Gelernt wird in kleinen Gruppen in den Räumlichkeiten der EBS im Rheingau.
Lznet. Der Markenverband zieht eine positive Bilanz seiner Weiterbildungsoffensive für Nachwuchskräfte der Mitgliedsunternehmen. Die "Markenakademie" zählte seit dem Start vor zwei Jahren bereits mehr als hundert Teilnehmer.
"Wir wollen jungen Talenten nahebringen, wie man Marken richtig führt", erklärt Jens Plachetka das Ziel der Markenakademie. Der Geschäftsführer der H.J. Heinz GmbH und Markenverbandsvorstand ist Mitinitiator des Qualifizierungskonzepts und gehört dem Lenkungsausschuss an.

Die Initiative wird von Markenverband und European Business School (EBS) getragen. Das Kursprogramm ist besonders auch für mittelständische Unternehmen gedacht, die sich hausintern keine eigenen Weiterbildungsprogramme leisten können.

Die Leitung liegt in Händen von zwei ausgewiesenen Marketingexperten: Dr. Oliver Nickel ist Managing Director von Icon Added Value in Nürnberg, hat als Studienleiter den Lehrplan maßgeblich mitentwickelt und kümmert sich um dessen Umsetzung.

Für Marketingprofis und Quereinsteiger

Prof. Roland Mattmüller, Inhaber des Lehrstuhls für strategisches Marketing an der EBS, begleitet das Programm wissenschaftlich und didaktisch. Er ist überzeugt davon, "dass sich die Leistung, die jeder Absolvent investiert, für das Unternehmen auszahlt".

Drahtzieher: Roland Mattmüller (EBS) und Oliver Nickel (Icon Added Value) leiten die Markenakademie, Jens Plachetka (H.J. Heinz) gehört zum Lenkungssausschuss (v.l.).
Thomas Lohnes
Seit dem Startschuss im Sommer 2009 haben mehr als hundert Young Professionals aus dem Marketing, aber auch Quereinsteiger aus anderen Ressorts, das Programm durchlaufen. Die meisten sind 25 bis 30 Jahre alt.

"Die Markenakademie macht es möglich, anderen über die Schulter zu schauen", betont Plachetka die beabsichtigte Verzahnung von Theorie und Praxis. In kleinen Gruppen von maximal 15 Teilnehmern werde an "echten" Fallstudien gearbeitet und gelernt, die aus dem Food- und Nonfood-Sektor oder aus dem Bereich der Dienstleistungen stammen.

Offener Erfahrungsaustausch

"Dabei sprechen wir nicht nur über Erfolge und Best Practices, sondern ganz offen auch über Flops." Renommierte Branchenvertreter stehen als Referenten ehrenamtlich zur Verfügung. Das sei für den Nachwuchs sehr attraktiv, weiß Plachetka. Denn an solche Top-Leute komme man "sonst nicht so leicht heran". Wer mit Erfolg abschließt, erwirbt das Zertifikat "Brand Manager EBS".

Eine von ihnen ist Simone Stenger, die als Produktmanagerin für die Marke Taxofit bei Klosterfrau in Köln tätig ist. Auf der Suche nach einer Fortbildung in Sachen strategisches Marketing wurde sie auf die Markenakademie aufmerksam.

"Wir wurden dort nicht seminartypisch berieselt, sondern haben uns das Wissen im regen Austausch mit den Referenten und den anderen Teilnehmern selbst erarbeitet", beschreibt sie ihre Erfahrungen. Vor allem von den vielen Fallstudien und der Praxisnähe der Veranstaltung kann die Marketingexpertin in ihrem Arbeitsalltag profitieren.

Die Markenakademie finanziert sich aus den Teilnahmegebühren. Ein Lehrgang kostet 3785 Euro netto und umfasst drei aufeinander aufbauende Programmeinheiten. Inzwischen denke man daran, das inhaltliche Konzept auszudehnen, sagt Plachetka. Aber mit Umsicht, denn: "Marken muss man immer behutsam führen."

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