Media-Markt soll Betriebsratswahlen behindern

von Redaktion LZ
Freitag, 18. Februar 2011
Nur zwei von 236 Media-Markt-Filialen in Deutschland haben bislang einen Betriebsrat
Engelhardt
Nur zwei von 236 Media-Markt-Filialen in Deutschland haben bislang einen Betriebsrat
Die Gewerkschaft Verdi wirft der Elektronikkette Media Markt vor, die Wahl von Betriebsräten massiv zu behindern. So hätten die Leiter einer Filiale in München vor Betriebsratswahlen im Sommer 2010 bei einem geheimen Treffen geplant, diese zu verhindern. Auch seien Mitarbeiter etwa mit Kündigungsdrohungen unter Druck gesetzt worden, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Mittwoch in Düsseldorf.
Initiatoren einer Betriebsratsgründung würden eingeschüchtert oder entlassen. Ein Sprecher von Media-Saturn, einer Tochter des Handelskonzerns Metro, wies die Vorwürfe zurück: "Wir haben absolut nichts behindert." Die Parteien streiten derzeit vor Gericht.

Von 236 Media Märkten in Deutschland haben nur zwei Filialen in München Betriebsräte. Darunter ist die Filiale, wegen der Verdi vor Gericht gezogen ist. Ein dritter Betriebsrat werde derzeit in Bremen gewählt, sagte der Unternehmenssprecher. Sämtliche Mitbestimmungsrechte der Angestellten würden geachtet. Die Gewerkschaft sieht es anders: "Menschenwürde und Fairness sind abwesende Werte bei Media Markt", sagte Mönig-Raane.

Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende forderte den Düsseldorfer Metro-Konzern auf, Einfluss auf das Tochterunternehmen zu nehmen. Bei Metro hieß es dazu: "Wir achten die Vereinigungsfreiheit und gewerkschaftliche Tätigkeit. Das gilt auch für unsere Vertriebslinien."
(dpa)

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