Theoretisch fundierte Praktiker ausbilden

von Redaktion LZ
Freitag, 21. Oktober 2005
LZ|NET. In Kooperation mit der Media-Saturn Holding bietet die FH Ingolstadt jetzt den Studiengang "Internationales Handelsmanagement" an. Ziel ist es, hoch qualifizierte Handelsmanager auszubilden, die Führungsaufgaben im internationalen Handel übernehmen können.



Qualifiziertes Fachpersonal ist rar, besonders wenn es um eine international ausgerichtete Ausbildung geht. Media-Saturn hat einen ganz neuen Weg eingeschlagen, um seinen Bedarf an Führungskräften zu decken, die das entsprechende Handwerkszeug mitbringen.

In Kooperation mit der Fachhochschule Ingolstadt startet zum Wintersemester jetzt erstmals der Verbundstudiengang "Internationales Handelsmanagement" mit dem Abschluss Bachelor of Arts, der vorwiegend betriebswirtschaftlich und praxisorientiert mit Schwerpunkt auf Handelsthemen ausgerichtet ist.

Fruchtbarer Austausch

"Davon erwarten wir uns einen fruchtbaren Erfahrungs- und Wissensaustausch von Theorie und Praxis. Der ist gerade für eine beständig lernende Organisation wie die unsere essenziell, deren Erfolg maßgeblich von ihrer Veränderungsbereitschaft und ihrer Anpassungsfähigkeit an die sich rasant verändernden Gegebenheiten des Marktes abhängig ist", so Prof. Dr. Utho Creusen, Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding und zuständig für Human Resources.

Außerdem erhofft er sich eine Vielzahl "begeisterter und begeisterungsfähiger künftiger Marktgeschäftsführer für Media-Markt und Saturn", denn aufgrund der hohen Expansionsgeschwindigkeit der Elektronik-Fachmärkte wächst auch der Bedarf an Nachwuchs.

Das lässt sich das Unternehmen einiges kosten. Gemäß Prof. Dr. Gunter Schweiger, Präsident der Fachhochschule, "eine Stange Geld - davon können wir einige Professoren bezahlen". Zudem erhalten die Studenten von Media-Saturn eine Ausbildungsvergütung von 600 Euro monatlich.

Trotz der Teilfinanzierung durch die Metro-Tochter handelt es sich um einen offenen Studiengang, betont Schweiger. Das heißt: Jeder Interessent kann sich einschreiben - Voraussetzung ist neben der Hochschulreife ein Praktikantenvertrag mit einem international tätigen Unternehmen.

So befinden sich unter den 38 immatrikulierten Studenten aus dem In- und Ausland auch einige aus der Edeka-Gruppe. Weil es ein für jeden zugänglicher Studiengang ist, obliegt die Hoheit über den Lehrplan allein der Fachhochschule.

Zwar sei eine Expertise von Media-Saturn in die Planung eingeflossen, dabei sei es aber in der Hauptsache darum gegangen, als Schwerpunkt Handelsmarketing zu lehren. Schule und Praxis vereint#/ZT# Ergebnis der gemeinsamen Vorstellungen ist ein siebensemestriger Verbundstudiengang, der neben dem Studium an der Fachhochschule Ingolstadt eine praktische Ausbildung beinhaltet. Deshalb ist Zulassungsvoraussetzung auch der Abschluss eines Praktikumsvertrages mit einem Handelsunternehmen, das die praktische Betreuung des Studenten für die gesamte Studiendauer gewährleistet.

Dieser Vertrag muss die Mindestzeiten des Grundpraktikums von zwölf Wochen und des Praxissemesters von 20 Wochen sowie die erforderliche Betreuung abdecken.

Neben einer Reihe von Praktika während der vorlesungsfreien Zeit in Media-Märkten und Saturn-Häusern im In- und Ausland werden eine Vielzahl von Workshops, Seminaren und Präsentationen angeboten, in denen der Austausch zwischen Theorie und Praxis an erster Stelle steht.

In der Ergänzung durch den stark ausgeprägten Praxisbezug sieht Creusen die Vorteile dieser Ausbildung: "Der Studiengang wird keine Theoretiker, sondern theoretisch fundierte Praktiker hervorbringen. Welch effizientere Ausbildung in nur sieben Semestern könnte man sich vorstellen?" Bessere Integration#/ZT#Ein weiterer Vorzug sei, dass die Studierenden durch die Praxis- und Projektphasen fachlich und sozial in das Unternehmen integriert werden. Dadurch werde der endgültige Einstieg bei Media-Markt oder Saturn nach erfolgreichem Studienabschluss massiv erleichtert.

Ziel des Bachelor-Studiengangs ist es, Handelsmanager auszubilden, die das wissenschaftlich fundierte betriebswirtschaftliche Instrumentarium auf die Lösung praktischer Probleme im internationalen Handel anwenden können.

Dazu werden theoretisches Grundlagenwissen und Fähigkeiten vermittelt, anwendungsbezogene Probleme der Berufspraxis analysiert und Lösungen dafür entwickelt.

Die Absolventen sollen nach ihrem Studium in der Lage sein, in Aufgabenfeldern des Handelsmanagements hochqualifizierte Tätigkeiten auszuüben und nach entsprechender Einarbeitung Führungsaufgaben im internationalen Handel zu übernehmen.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats