Frauenförderung Mehr Frauen-Power bei Edeka Minden

von Redaktion LZ
Freitag, 21. Februar 2014
Engagiert: Das Frauen-Forum bringt den Kulturwandel auf den Weg.
Edeka/Christian Schwier, Christian Schwier
Engagiert: Das Frauen-Forum bringt den Kulturwandel auf den Weg.
LZnet/Silke Biester. Seit Januar 2014 gibt es in der Zentrale der Edeka Minden-Hannover eine neu geschaffene Planstelle für "Vereinbarkeit von Beruf & Familie und Frauenförderung". Besetzt wurde sie gleich mit zwei Frauen, die sich die Position im Jobsharing teilen. Das ist die erste sichtbare Maßnahme, die aus dem Projektkreis Frauen-Forum hervorgeht.
Vor zwei Jahren hat sich eine Gruppe von 17 Edekanerinnen im Auftrag des Vorstands als Frauen-Forum zusammengefunden. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen wie Regiemärkten, selbstständigem Einzelhandel, Verwaltung, Produktion, Logistik und dem Betriebsrat. Ihre Aufgabe war es zunächst, beeinflussbare und unternehmensinterne Hemmnisse für Frauen in allen Unternehmensbereichen zu analysieren.

Denn die Mindener haben sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen und gerade dort auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Dies ist Bestandteil der Unternehmensziele für 2014, teilt das Unternehmen mit. Auch in die "Mission der Edeka Minden-Hannover" sollen entsprechende Formulierungen aufgenommen werden.

 

"Nur mit sanftem Druck werden mehr qualifizierte Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen berücksichtigt", ist Heike Rohlfing-Bolte, Geschäftsbereichsleiterin Controlling und Mitbegründerin des Edeka-Frauen-Forums, überzeugt.

Bis Jahresende sollen weitere Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Als Basis dafür dient eine interne Umfrage, die Wünsche, Bedürfnisse und Bedenken von Mitarbeitern und Führungskräften aufzeigt.

Arbeitszeitmodelle sollen noch vielfältiger werden

Obwohl es im Unternehmen bereits variable Arbeitszeitmodelle gibt, habe sich gezeigt, dass die Angebote in Zukunft noch flexibler und vielfältiger werden müssen. So sei häufig der Wunsch genannt worden, dass sich die Arbeitszeiten stärker an den Lebensphasen der einzelnen Mitarbeiter orientieren sollen.

Dabei will man sich keineswegs nur auf berufstätige Mütter fokussieren. Es gehe auch darum, grundsätzlich Führung in Teilzeit zu ermöglichen. Ein Angebot, das auch von Männern genutzt werden könne. "Wir wissen, dass auch immer mehr junge Männer gern für eine befristete Zeit in Teilzeit arbeiten möchten", ist man sich in Minden der Anforderung der Generation Y bewusst.

 

Für einen erfolgreichen Projektverlauf sind ganz praktische Details entscheidend: "Müssen Besprechungen nach 17 Uhr stattfinden oder können sie in der Kernarbeitszeit geplant werden?", lautet eine Frage, mit der sich das Frauen-Forum beschäftigt. Die Beteiligten haben erkannt, dass das Thema einen Werte- und Kulturwandel im Unternehmen auslöst.

Schritt für Schritt könnte es beispielsweise bei jeder neuen Stellenbesetzung vorangehen. Denn seit dem vergangenen Jahr spricht die Personalabteilung bei jeder Ausschreibung zuvor mit der Führungskraft ab, ob diese Position in Jobsharing oder Teilzeit aufgefüllt werden kann.

Viele Frauen – aber wenig Führung Der Frauenanteil im Regie-Einzelhandel der Edeka-Region Minden-Hannover liegt – auf Vollzeitkräfte gerechnet – bei 75 Prozent. In der Verwaltung sind es 70 Prozent, im Zustellgroßhandel 15 Prozent. Im Einzelhandel gibt es traditionell viele weibliche Führungskräfte. Auf der Fläche arbeiten 75 Prozent Frauen. Mehr als die Hälfte der Marktleiter sind weiblich (52 Prozent). Auf den nächsten Führungsebenen im Einzelhandel wie Bezirksleitung und Verkaufsleitung wird der Anteil der Frauen deutlich geringer. Auf Geschäftsführungsebene gibt es keine Frau. In der Verwaltung wird die Benachteiligung von Frauen in oberen Führungspositionen noch deutlicher. Bei der Edeka Minden-Hannover gab es über einen Zeitraum von rund zehn Jahren nur eine Frau als Geschäftsbereichsleiterin bzw. Geschäftsführerin. Mittlerweile sind es drei.



 

 

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