HR vor neuer Dynamik

von Silke Biester
Freitag, 23. September 2011
Zum zwölften Mal trafen sich Personaler diese Woche auf der Fachmesse "Zukunft Personal" in Köln. Mit rund 500 Ausstellern, 200 Vorträgen sowie mehr als 10000 Besuchern ist sie ein fester Treffpunkt für HR-Fachleute.
"Das Personalmanagement entwickelt derzeit mehr Dynamik als jeder andere Unternehmensbereich", sagt Alexander Petsch, Geschäftsführer des Veranstalters Spring Messe Management. Denn insbesondere das Human Resource Management stehe vor besonderen Herausforderungen.

Im Zuge des demografischen Wandels haben neue Methoden zur Mitarbeitergewinnung, flexible Arbeitszeitmodelle und Beschäftigungsformen Hochkonjunktur. Trendforscher Matthias Horx spricht vom Megatrend einer "multiflexiblen Arbeitswelt" und fordert "revolutionäres Weiterdenken von Innovationen in der Arbeitsorganisation".

Gesellschaftliche und technologische Umbrüche wirken sich auf das Recruiting, Talent-Management und die Weiterbildung der Beschäftigten aus, sind sich Dr. Simone Siebeke, Corporate Vice President Human Rosources bei Henkel, und Prof. Dr. Wim Veen von der Universität Delft (NL) einig. Der Experte für "Learning Systems" ist überzeugt, dass sich auch das Lernverhalten und Wissensmanagement grundlegend ändern wird.

In den Personalabteilungen müsse entsprechendes Know-how aufgebaut werden. Erstmals fand parallel zur Messe der Kongress "Professional Learning Europe" mit Erfolgsbeispielen neuer E-Learning-Anwendungen statt.

Digitale Revolution für Arbeitgeber

Keynote Speaker Edgar K. Geffrey ruft deshalb das Jahr der "digitalen Revolution" für Arbeitgeber aus. Unternehmen müssten ihren Machtverlust im transparenten Arbeitgebermarkt erkennen und zu einem neuen, partnerschaftlichen Führungsstil finden, meint der Business-Berater.

In diesem Zusammenhang spiele Social Media eine entscheidende und wachsende Rolle. Geffrey betont, dass Arbeitgeber die neue Community-Intelligenz für die Mitarbeitergewinnung und -bindung nutzen sollten.

Die Top-Personalerin der Rewe, Dr. Ursula Schütze-Kreilkamp, setzte sich in der Diskussionsrunde "Quote sei Dank – Talent-Management für Frauen" einmal mehr für die Förderung von Frauen in Führungspositionen ein. Sie lehnt eine staatliche, einheitliche Quote ab. Verbindliche Zielvereinbarungen dagegen, die in jedem Unternehmen individuell erarbeitet werden müssen, sind aus ihrer Sicht der richtige Weg. (sb)

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