"Der Erfolg wächst aus Ideen"

von Silke Biester
Freitag, 13. Juli 2012
Polyglott: Dr. Angelika Dammann, Birgit A. Behrendt, Prof. Ulrike Detmers, Dr. Mathias Hüttenrauch und Danica Siemer (v.l.) berichten aus eigener Business-Erfahrung.
Mestemacher
Polyglott: Dr. Angelika Dammann, Birgit A. Behrendt, Prof. Ulrike Detmers, Dr. Mathias Hüttenrauch und Danica Siemer (v.l.) berichten aus eigener Business-Erfahrung.
Internationale Erfahrungen von Führungskräften befruchten die Kulturen der Unternehmen. Zu diesem Schluss kommt das "Mestemacher Forum Zukunft".
"Welche Managementkultur ist erfolgreicher – die deutsche, amerikanische oder eine andere?" Dieser Frage ist Prof. Dr. Ulrike Detmers, Mestemacher, mit ihren Gästen in Gütersloh nachgegangen. Die Globalisierung der Wirtschaft fordert Führungskräfte und Unternehmenskultur, sind sich die Diskutanten, Dr. Angelika Dammann, frühere SAP- und Unilever-Personalchefin, Danica Siemer, Vertriebsdirektorin Johnson & Johnson, Birgit A. Behrendt, Einkaufsverantwortliche Ford Amerika, und Dr. Mathias Hüttenrauch, Vorstandschef des Autozulieferers Nedschroef, einig.

Internationale Erfahrungen werden zur Voraussetzung für Karriere, so ein gemeinsamer Nenner in der Diskussionsrunde. Um die Herangehensweise von Business-Partnern und auch eigenen Mitarbeitern in anderen Ländern zu verstehen, sei es wesentlich, langjährige Erfahrungen in einer fremden Kultur zu sammeln.

"Man muss sich das selbst erarbeiten", ist die Personalerin Dammann überzeugt. Nur so entwickele sich eine wachsende Offenheit und Flexibilität, die für das Fortkommen in neuen Märkten notwendig sei. "Nur wer tief in eine fremde Nation und Führungskultur eintaucht, kann die Vor- und Nachteile im Detail erkennen und auf den eigenen Verantwortungsbereich übertragen."

Die Prägung internationaler Konzerne rührt von den jeweiligen Wurzeln. Die Grundwerte werden vom Stammhaus auf die nationalen Standorte übertragen. Bei Johnson & Johnson gibt es beispielsweise "das Credo", berichtet Siemer, in dem die Philosophie des Unternehmens festgeschrieben ist.

US-Unternehmen setzen auf Motivation

Die klare Definition von Verantwortung und Verpflichtung von Gesellschaftern und Mitarbeitern in der Gemeinschaft werde sehr aktiv in allen Bereichen des Unternehmens umgesetzt und kommuniziert. In Schulungen und Diskussionen würden auch Entscheidungen mit Konfliktpotenzial auf ihre "Credo-Konformität" hin infrage gestellt. Von dieser in US-Unternehmen üblichen Prinzipienklarheit könne sich manches deutsche Unternehmen etwas abgucken, glaubt die Managerin, die selbst etliche Jahre in New York gelebt hat.

Auch die grundsätzlich positive, typisch amerikanische Herangehensweise, die eher Erfolge und Chancen in den Mittelpunkt stellt als Fehler und Probleme, sei etwas, das hiesige Führungskräfte sich als Motivationsstütze für das eigene Team aneignen könnten, ergänzt die Ford-Managerin Behrendt. Dennoch kommen die Teilnehmer der Runde überein, dass es keinen grundsätzlichen Vorsprung einer Kultur gegenüber der anderen gibt. "Die Systeme befruchten sich gegenseitig", ist Hüttenrauch optimistisch, dass vor allem die positiven Impulse weitergetragen werden.

Interkulturelle Kompetenz ist die Basis für globales Denken und Handeln", zieht Dammann ein Fazit. Insbesondere im Personalmanagement gelte es, voneinander zu lernen: "Wir haben in Europa ein riesiges demografisches Problem", betont sie die Notwendigkeit neuer Arbeitsmodelle und wünscht sich die Offenheit aller Beteiligten. Denn: "Der Erfolg wächst aus Ideen." (sb)

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