Metro tanzt auf Absolventenkongress

von Judit Hillemeyer
Freitag, 20. November 2009
Zygmunt Mierdorf
Zygmunt Mierdorf
Im Wettbewerb um hochqualifizierten Nachwuchs erweitert die Metro Group ihre Recruiting-Strategie. Die Solitärveranstaltung "Meeting Metro" wird erstmals in die Kölner Jobmesse integriert - als Kongress im Kongress.



Ziegmunt Mierdorf, Vorstandsmitglied Metro

"Wir wollen unsere Präsenz als Arbeitgeber und größtes deutsches internationales Handelsunternehmen erweitern", erläutert der Personalvorstand der Metro Group, Zygmunt Mierdorf, die Strategie. Ziel ist es, auf dem Absolventenkongress hochqualifizierte Bewerber von der Attraktivität des Handelsunternehmens als Arbeitgeber zu überzeugen. Im Fokus stehen Master-Kandidaten. Bachelor-Absolventen bildet Metro in Kooperation mit Dualen Hochschulen selbst aus.

Seit dem Jahr 2000 veranstaltet der Konzern jährlich in wechselnden deutschen Großstädten sein Recruiting-Event "Meeting Metro". Der erste Tag galt den Lehrern, die als Multiplikatoren Ausbildungswege im Handel in die Schulen transportieren sollten. Der zweite Tag war den Studierenden vorbehalten.

Mit der Integration in den Absolventenkongress wird Metro das bisherige Konzept nicht aufgeben, sondern es integrativ mit der Kölner Jobmesse verbinden. Erstmals wird der Handelskonzern dort mit einem eigenen Messestand vertreten sein. Parallel dazu findet am 25. November in einer separaten Halle "Meeting Metro" als geschlossene Veranstaltung statt. Dort können sich die Teilnehmer ein genaues Bild von den Vertriebs- sowie Querschnittsgesellschaften Metros machen. Rund 700 Studierende werden aus 2.000 Bewerbungen selektiert.

In anderen Dimensionen bewegt sich der Absolventenkongress. Am 25. und 26 November werden 12 000 Studierende erwartet. Ihnen präsentieren rund 250 Arbeitgeber unterschiedlichster Branchen Einstiegsmöglichkeiten und Karrierewege. Es ist ein Kräftemessen der Top-Unternehmen im Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt.

"Vielen Hochschulabsolventen sind die Berufschancen und Karrierewege im Einzelhandel nur unzureichend bekannt", bedauert Mierdorf. Allgemein gilt die Branche vielen als intellektuell wenig herausfordernd. Mit der Globalisierung der Welt und der Internationalisierung des Handels sind die Aufgaben deutlich komplexer geworden - hierzulande und im Ausland.

Das bedarf fachlicher, sozialer und interkultureller Kompetenz. "Ein C+C-Markt ist ein mittelständisches Unternehmen, mit einem Jahresumsatz von durchschnittlich 50 Millionen Euro - je nach Standort", führt Mierdorf weiter aus. Die Funktion eines Markt-Geschäftsführers erfordere in zunehmendem Maße eine akademische Bildung.

Alle Unternehmen wollen im Zuge der demografischen Entwicklung Deutschlands als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden. Stimmungsbarometer messen alljährlich deren Image aus Perspektive der Hochschulabsolventen. Eine der bekanntesten Umfragen stammt vom Berliner Trendence Institut.

Bei Hochschulabsolventen, insbesondere Betriebswirten und Ingenieuren, belegen traditionelle deutsche Autobauer und Unternehmensberatungen die vorderen Plätze. Beide Branchen profitieren von der Attraktivität ihrer Produkte beziehungsweise einer Big-Business-Mentalität. Metro errang in diesem Konzert Platz 43 und will sich sukzessive weiter vorankämpfen.

Einige Wettbewerber, wie beispielsweise Discounter, agieren auf dem Bewerbermarkt aggressiv mit überdurchschnittlichen Einstiegsgehältern. "Ich halte nichts von überzogenen Gehaltsansprüchen. Auch wir überdenken unsere Einkommensstrukturen, aber die Lohngestaltung muss marktkonform sein", betont Mierdorf.

Recruiting-Messen allein reichen nicht aus, um den Bedarf an Fach- und Führungskräften zu decken. Doch sie sind ein Mittel des Personalmarketings. Die Integration in den Absolventenkongress ist für Metro ein Versuch, der sich am Erfolg messen lassen muss.

Das Social-Media-Projekt

Im Vorfeld des Studenten-Events "Meeting Metro", das kommende Woche in Köln stattfindet, hat der Konzern unter www.meeting-metro.de einen Blog- und Twitter-Informationsdienst gestartet.

Beide Kanäle informieren über das Programm. Die Aktivitäten der Veranstaltungen können nächsten Mittwoch direkt online verfolgt werden.

Ein Team von Metro-Mitarbeitern berichtet per Blog und "Tweets", in den 140-Zeichen langen Kurznachrichten von dem Event. Im Blog berichten Frauen und Männer über ihren Arbeitsalltag bei dem Handelskonzern.

Leser können rund um alle Themen und Angebote ihre Kommentare einstellen und über das Event mit anderen diskutieren. (juh)

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