Metro bezahlt laut EVA

von Annette C. Müller
Freitag, 01. April 2005
Nach langem Zögern hat auch die Metro Group ihre Vorstandsbezüge veröffentlicht und aufgeschlüsselt. Mit einem Gesamtsalär von 8,9 Mio. Euro steht der Vorstand bei den börsennotierten Handelsunternehmen mit an der Spitze.



Die Düsseldorfer orientieren sich dabei am Wertzuwachs des Unternehmens, der allerdings in den Sparten sehr unterschiedlich ausfällt. Der Druck von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, im Rahmen von Corporate Governance die Vorstandsbezüge zu veröffentlichen, zeigt Wirkung.

Auch die Metro Group entschied sich nach einigem Zähneknirschen zu mehr Transparenz und schlüsselt in ihrem aktuellen Geschäftsbericht die Bezüge des Topmanagements in Höhe von 8,9 Mio. Euro (7,7 Mio. Euro im Vorjahr) auf.

Etwa zwei Drittel der Vorstandsbezüge koppelt die Metro an eine Leistungsbewertung. Nur ein Drittel ist fix. Mit Gesamtbezügen von 3,06 Mio. Euro erhält Vorstandschef Dr. Hans-Joachim Körber ein Spitzengehalt für börsennotierte Handelsunternehmen. Zum Vergleich: Dr. Henning Kreke vom ebenfalls börsennotierten Douglas-Konzern bekommt rund 527.000 Euro.

Wie viel der Metro-Vorstand jährlich verdient, machen die Düsseldorfer vor allem vom Geschäftserfolg des Unternehmens und der einzelnen Vertriebssparten abhängig. Bei Körber lauteten die Zahlen für 2004: Festgehalt in Höhe von 995.000 Euro und 2,06 Mio. Euro Vergütungen, die sich am Wertzuwachs des Konzerns orientieren. Vorstandsgehälter sind nicht beliebig#/ZT# Messlatte ist der Economic Value Added (EVA). Das Management-System vergleicht das Geschäftsergebnis mit den für die Finanzierung des Geschäftsvermögens notwendigen Kapitalkosten.

Die Metro Group, die auf profitables Wachstum setzt, konnte im vergangenen Jahr ihr EVA gegenüber dem Vorjahr um 114 Mio. Euro auf 317 Mio. Euro steigern. Der Wertzuwachs der einzelnen Sparten fällt allerdings unterschiedlich aus

Den größten Wertzuwachs weisen die Elektronikfachmärkte Media-Markt/Saturn mit einer Verbesserung des EVA um 73,8 Mio. Euro auf. Zusammen mit den Cash + Carry-Märkten (EVA: plus 29,8 Mio Euro auf 385,5 Mio. Euro) sorgt Media-Saturn (247,7 Mio. Euro) für das positive EVA des Konzerns.

Denn alle anderen Konzernbereiche zeigen trotz beachtlicher Verbesserungen noch negative EVA-Zahlen. Praktiker etwa steigerte das EVA um 33 Mio. Euro auf minus 61,5 Mio. Euro. Metro hatte die schwächelnde Baumarktsparte mit punktuellen, preisaggressiven Rabattaktionen wieder nach vorne gebracht.

Die defizitäre Verbrauchermarktlinie Extra (minus 80,7 Mio. Euro) wartet mit einem Delta-EVA von 19,7 Mio. Euro auf und läuft damit sogar Real den Rang ab. Die SB-Warenhäuser liegen mit einem EVA in Höhe von minus 90 Mio. Euro am Ende des internen Metro-Rankings.

Als einzige Sparte musste Real - nicht zuletzt auch durch die Übernahme und Umstellung von Extra-Märkten begründet - sogar eine EVA-Verschlechterung hinnehmen. Gemessen am reinen EVA hat auch die Warenhaussparte Kaufhof (minus 40 Mio. Euro) Nachholbedarf. Immerhin liegt das Delta mit 3,9 Mio. Euro im positiven Bereich. (acm)

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