Anerkennung für Nachwuchsförderung

von Redaktion LZ
Freitag, 17. Februar 2006
Zygmund Mierdorf, Metro-Personalvorstand (l.), Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (r.), Foto: Metro Group
Zygmund Mierdorf, Metro-Personalvorstand (l.), Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (r.), Foto: Metro Group
LZ|NET. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zeichnet Metro für Nachwuchsförderung aus. Der Handelskonzern engagiert sich auf mehreren Ebenen für die Ausbildung junger Menschen in Deutschland.

Die Lage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt ist schwierig. 2005 blieb die Zahl der Lehrplätze mit 550.200 hinter dem Vorjahr (573.000) zurück.

Vor diesem Hintergrund zeichnet die BA Unternehmen aus, die sich überdurchschnittlich für die Berufsausbildung von Schulabgängern engagieren.

Im WM-Jahr 2006 lautet das Motto: "Wir bringen den Ball ins Rollen. Wir bilden aus" - eine Initiative der BA und des Deutschen Fußballbundes.

Das Ausbildungszertifikat nahm am vergangenen Dienstag Metro-Personalvorstand Zygmund Mierdorf von Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, entgegen.

Die Metro Group gehört zu den großen internationalen Handelsunternehmen und stellt jährlich mehrere tausend Menschen ein, davon allein in Deutschland rund 3.000 Auszubildende.

Bei den Lehrlingen konnte die Zahl der Neuverträge in den vergangenen Jahren ständig gesteigert werden. Die Ausbildungsquote erhöhte sich 2004 von 7,9 auf 8,3 Prozent im Jahr 2005.

Ausbildung ist wichtig

Der Aspekt Ausbildung spiele eine wesentliche Rolle in der personalpolitischen Strategie des Unternehmens, betonte Mierdorf.

Mit Blick auf die demoskopische Entwicklung in Deutschland sei die Nachwuchsförderung aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht zwingend notwendig. Hier müsse mittel- und langfristig geplant werden.

"Fünfundsiebzig Prozent unseres Nachwuchses besetzen wir aus unseren eigenen Reihen". Mit einer Ausbildungsquote von über 8 Prozent bildet Metro jedoch "über den eigentlichen Bedarf hinaus aus", fügte der Personalchef an.

Eine eher heikle betriebswirtschaftliche Frage sei, diese Jugendlichen auch alle zu übernehmen. 95 Prozent der Lehrlinge bestehen ihre Prüfungen, zwischen 61 und 65 Prozent werden im Schnitt von Metro übernommen.

Media-Saturn liegt vorn

Innerhalb der Unternehmensgruppe engagiert sich Media-Saturn mit einer Lehrlingsquote von rund 16 Prozent am stärksten.

Der Konzern beteiligt sich zudem an der Einstiegsqualifikation (EQJ) von Jugendlichen mit eingeschränkter Berufseignung oder fehlendem qualifizierten Schulabschluss.

Bei einer "Bleibequote" von rund 45 Prozent werden zwischen 38 und 50 Prozent übernommen. Derzeit nutzen rund 250 Jugendliche das Angebot als Start in das Berufsleben und Brücke in die Berufsausbildung.

Förderung von Benachteiligten

Metro ist außerdem Partner der bundesweiten Initiative "Jobs ohne Barrieren" des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BBW) die "Verzahnte Ausbildung" (VAMB) erprobt.

In diesem Rahmen absolvieren lernbehinderte Jugendliche Teile ihre Ausbildung direkt in den Vertriebslinien und Querschnittgesellschaften der Handelsgruppe. Das Projekt wurde 2005 mit über 40 Azubis von NRW auch auf Süddeutschland ausgeweitet.

Zur Imagepflege und Personalrekrutierung dient die Veranstaltung "Meeting Metro". Das Programm ist für Studenten und Hochschulabsolventen sowie Lehrer und Schüler konzipiert.

"Wir möchten junge Leute für unsere Branche begeistern und zeigen, dass der Handel ein spannendes Tätigkeitsfeld mit guten Aufstiegschancen bietet." Derzeit ist in Überlegung, diese Veranstaltung auch im Ausland zu etablieren. Hinzu kommen zahlreiche Schulpartnerschaften.

Verstehen und helfen

Innerhalb des Projektes "Azubi-Sozialengagement" arbeiteten beispielsweise im vergangenen Jahr 32 Lehrlinge in einem integrativen Kinderhaus in Leipzig. Die "Begegnung mit den Schattenseiten des Lebens", sei für viele der jungen Beteiligten eine wichtige Erfahrung gewesen, so Mierdorf. Das Sozialengagement wird seit 1999 gefördert. Für das Leipziger Projekt spendete Metro 100.000 Euro.

Mit rund 8.500 Auszubildenden ist der Düsseldorfer Konzern einer der größten Ausbilder Deutschlands. Die Vertriebslinien und Querschnittsgesellschaften bilden junge Menschen in mehr als zwanzig verschiedenen Berufen aus, beispielsweise als Kaufleute im Einzel-, Groß- und Außenhandel oder Verkäufer.

Mit der Auszeichnung der Bundesagentur für Arbeit sollen mehr Betriebe in Deutschland angespornt werden, sich in der Nachwuchsförderung zu engagieren, betonte Alt in Düsseldorf. Initiiert wurde die Auszeichnung im Herbst vergangenen Jahres. Metro ist das erste ausgezeichnete international agierende Handelsunternehmen.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats