Metro will Familien unterstützen

von Silke Biester
Dienstag, 19. April 2011
Betreuung im Blick: Dr. Claudia Schlossberger, Chief Human Resources Officer Metro Group.
Metro-Group
Betreuung im Blick: Dr. Claudia Schlossberger, Chief Human Resources Officer Metro Group.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie will die Metro Group deutlich verbessern. Dafür verlangt sich der Konzern selbst mehr Flexibilität gegenüber den Bedürfnissen der Mitarbeiter ab.
Die Metro Group will den Anteil von Frauen in Führungspositionen signifikant erhöhen. Statt auf eine Quote setzt der Konzern darauf, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Die neue Personalstrategie stellte Dr. Claudia Schlossberger, Chief Human Resources Officer, am Dienstag dieser Woche vor. Mit gezielten Personalmaßnahmen soll auch am Image als Arbeitgeber gefeilt und so langfristig der Führungsnachwuchs gesichert werden.

"Eine Frauenquote ist der falsche Weg", sagt die Personalchefin entschieden. "Es kommt vielmehr auf unseren Willen und die richtigen Voraussetzungen an." Deshalb werde Metro beim Recruiting und der Personalentwicklung Frauen fokussieren und flexibler auf die individuellen Familiensituationen eingehen als bisher.

Garantie: Alleinerziehende Mitarbeiter bekommen bald einen Platz in der Metro-Kita.
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Der Anteil weiblicher Führungskräfte soll von derzeit 18,6 Prozent in den kommenden zwei Jahren auf rund 25 Prozent gesteigert werden. Für Mütter und Väter hält der Konzern unterschiedlichste Möglichkeiten von Teilzeit, Home Office, Telearbeit und Vertrauensarbeitszeit bereit.

Dritte konzerneigene Kita

Am Standort Düsseldorf wird zudem eine dritte konzerneigene Kita mit ganztägiger Betreuung gebaut. Insbesondere alleinerziehenden Mitarbeitern werde dort ab 2012 ein Betreuungsplatz garantiert. "Dies soll kein Hinderungsgrund für eine Karriere bei Metro sein", stellt Schlossberger klar. Hinzu komme neuerdings ein Angebot für Schulkinder in den Ferien.

Da eine interne Analyse ergeben hat, dass unter anderem die geforderte Mobilität für Frauen eine Hürde auf dem Weg zur Führungsverantwortung sein kann, wurden auch diesbezüglich neue Konzepte entwickelt. Um Erfahrungen in unterschiedlichen Häusern zu sammeln werde künftig keine nationale oder internationale Mobilität mehr verlangt. Stattdessen könne es ausreichen, regional an mehreren Standorten im Einsatz zu sein.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung fokussiert Schlossberger eine weitere große Herausforderung: Insbesondere die Generation 50plus muss immer häufiger die Pflege älterer Angehöriger bewältigen. Betroffene Angestellte sollen zwischen Teilzeitmodellen oder auch einer Auszeit von bis zu zwei Jahren wählen können, während der Konzern weiter die Sozialversicherungsbeiträge zahlt.

Lösungsmodelle für gesellschaftliche Probleme

30 Personen haben bereits auf dieses Modell gesetzt. Die Personalchefin geht jedoch davon aus, dass der Anteil im laufenden Jahr auf 300 und mehr steigen könnte. "Wir müssen Lösungsmodelle für die Probleme entwickeln, die auf die Gesellschaft zukommen", sagt Schlossberger.

Grundsätzlich gelte die neue Personalstrategie nicht nur für die Zentrale, sondern sei auch mit den Vertriebslinien abgestimmt. Allerdings könne nicht an jedem Standort eine Kindertagesstätte gebaut werden. Die Zentrale sei dabei das Flaggschiff: "Wir wollen hier in Düsseldorf das familienfreundlichste Unternehmen sein."

Für die reibungslose Umsetzung im gesamten Konzern gelte es nun die richtige Stimmung zu schaffen. Denn zweifelsohne könnten in manchen Teams Lücken entstehen, die wieder geschlossen werden müssen. (sb)

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