Globaler Handel braucht internationale Lehre

von Judit Hillemeyer
Freitag, 18. November 2005
Mit der Veranstaltung Meeting Metro will die Metro Group den Nachwuchs für eine Karriere im Handel begeistern und gewinnen. "Gerade die internationalen Perspektiven machen den Handel zu einem attraktiven Arbeitgeber für junge Menschen - das wollen wir bei Meeting Metro zeigen", so Zygmunt Mierdorf, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor Metros.



Er rechnet vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung Deutschlands mittelfristig mit einem verstärkten Wettbewerb um Talente.

Vorbereitung aufs Ausland

In konzerneigenen Aus- und Weiterbildungsprogrammen bereitet das Handelsunternehmen seine Mitarbeiter gezielt für den internationalen Einsatz vor. Mit der Initiative Metro Education wurde ein grenzübergreifendes Programm zur Förderung der Ausbildung in Osteuropa initiiert.

Ziel ist es, einheitliche Ausbildungsstandards im Handel in Europa zu setzen. "Wesentliche Kompetenzen für eine internationale Karriere müssen schon während der Ausbildung oder des Studiums erworben werden", so Mierdorf. "Deshalb unterstützen und befürworten wir den Prozess der Internationalisierung der beruflichen Bildung."

Im vergangenen Jahr unterzeichnete Metro die "Bachelor Welcome Erklärung" und sprach sich damit für die Bildung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums aus.

Im globalen Handel werden künftig diejenigen die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, "die eine international anerkannte Ausbildung beziehungsweise einen internationalen Studienabschluss haben", betonte Mierdorf in Hamburg.

Welche Erfahrungen in der Praxis mit einer länderübergreifenden Hochschulausbildung gemacht werden, erläuterte Gastrednerin Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Sprachenkenntnisse wichtig

Der Politologin ist die Europäisierung der akademischen Ausbildung ein besonderes Anliegen. Mit dem Bolonga-Prozess werden die Hochschulabschlüsse Bachelor und Master in Europa harmonisiert. Die Universitäten seien jedoch nicht die verlängerte Werkbank einzelner Unternehmen, so Schwan.

Dem stimmte Mierdorf zu, beklagte jedoch, dass Schul- und Hochschulabgänger häufig Schwierigkeiten mit Grundrechnungsarten hätten und kaum einer eine freie Rede halten könne.

Letzteres sei aber gerade für den Führungsnachwuchs unerlässlich. Schwan und Mierdorf betonten die Wichtigkeit von Fremdsprachenkenntnissen. Es sollten auch Sprachen kleinerer Länder erlernt werden.

Metro schickt beispielsweise ihren Nachwuchs nach Polen und Tschechien. Globaler Handel erfordere auch Kulturkenntnisse anderer Länder, dem bereits in der Ausbildung Rechnung getragen werden müsse.

Auf 3 000 qm Ausstellungsfläche lernen die Besucher alle Vertriebsschienen kennen. Ein "Boulevard" bietet die Kulisse für eine Darstellung der Konzernunternehmen. Er ist Treffpunkt, Informations- und Kontaktbörse zugleich.

In Gesprächen mit Mitarbeitern, vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer, haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich konkret über Einstiegsmöglichkeiten, eine Ausbildung im Handel oder internationale Karrierewege zu informieren.

Am ersten Veranstaltungstag spricht der Konzern Pädagogen, Vertreter der Arbeitsämter, Handelsverbände sowie der Industrie- und Handelskammern (IHK) an. Der zweite Tag richtet sich an Studenten handels- und wirtschaftsnaher Studiengänge.

(juh)

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