Bezahlter Sonderurlaub für Väter

von Judit Hillemeyer
Freitag, 04. August 2006
Ab 2007 führt der Handelskonzern Migros bezahlten Vaterschaftsurlaub ein. Diese Form des Sonderurlaubs für Väter hat auch in der Schweiz noch Seltenheitswert.



Frisch gebackene Väter, die bei der Migros arbeiten, können sich künftig ein wenig mehr Zeit für die Familie nehmen. Der Einzelhandelskonzern führt ab dem 1. Januar 2007 für 25 000 Mitarbeiter einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen ein.

Die zehn Tage können die betroffenen Väter an einem Stück oder einzeln, in einem noch zu bestimmenden Zeitrahmen, beziehen. Zusätzlich sollen die Mitarbeiter Anrecht auf bis zu zwei Wochen unbezahlten Urlaub haben. Zu den Details will sich Migros derzeit nicht äußern.

Das Handelsunternehmen dehnt damit eine Regelung der Migros-Genossenschaft Zürich auf den ganzen Konzern aus. Diese steht im Rahmen des neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrags (L-GAV). Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem Landes-Gesamtarbeitsvertrag sind rund 63 000 der insgesamt 81 000 Migros-Mitarbeitenden unterstellt. Der Frauenanteil beträgt etwa 59 Prozent.

Mit Ausnahme der Globus-Gruppe, die einen eigenen GAV hat, sollen alle Schweizer Migros-Firmen dem L-GAV unterstellt werden. Dazu gehören auch der Reiseveranstalter Hotelplan, die Migrosbank, die Bäckerei Jowa, Chocolat Frey oder die Mineralölgesellschaft Migrol.

Im Gegensatz zum Mutterschaftsurlaub (14 Wochen bei 80 Prozent des Lohnes) ist die Auszeit für Väter nach der Geburt eines Kindes nicht gesetzlich geregelt. In Deutschland werden laut Tarifvertrag zwei freie Tage gewährt. (juh)

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