Umfrage Mindestlohn für Praktikanten schreckt Unternehmen

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 29. Mai 2014
Durch die geplante Mindestlohnregelung für Praktikanten wird das Angebot an Plätzen deutlich schrumpfen. Das zeigt eine Umfrage von Index Internet und Mediaforschung unter HR-Verantwortlichen.
Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) will laut einer aktuellen Personalerumfrage der Index Internet und Mediaforschung GmbH in Zukunft auf Praktikantenstellen ganz verzichten. 26 Prozent möchten auf Praktikanten ausweichen, die nicht von der Mindestlohnpflicht erfasst werden.

Weitere 17 Prozent planen, ihr Angebot zu reduzieren. Lediglich bei 11 Prozent der Firmen wird der Mindestlohn keine Auswirkungen auf das Praktikumsangebot haben.

Die geplante Regelung sieht vor, dass Praktikanten, die länger als sechs Wochen in einem Unternehmen arbeiten und ihr Praktikum nicht im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium leisten, den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde erhalten (lz 14-14).

84 Prozent der 570 Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sehen sich von dieser Regelung betroffen. Ein Drittel beschäftigte in den vergangenen zwölf Monaten ein bis zwei solcher Praktikanten, ein Drittel drei bis fünf, 18 Prozent sechs bis zehn und 15 Prozent mehr als zehn.

93 Prozent der Unternehmen bezahlen ihre Praktikanten bereits heute. Bei der Mehrheit (67 Prozent) liegt die Bruttovergütung zwischen 400 und 800 Euro. 21 Prozent bezahlen weniger als 400 Euro, 9 Prozent 800 bis 1.300 Euro.

Lediglich 1 Prozent der Unternehmen zahlt schon jetzt einen Bruttolohn von mehr als 1.300 Euro, wie er nach der neuen Regelung für Vollzeitpraktika vorgesehen ist. Die durchschnittliche Arbeitszeit der Praktikanten liegt bei etwa vier Fünfteln der Unternehmen zwischen 32 und 40 Wochenstunden.

(cd)

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