Personal flexibel einsetzen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 16. September 2005
Foto: Kötter
Foto: Kötter
Flexible Personaleinsatzplanung - ein Thema, das dem Einzelhandel unter den Nägeln brennt. Auf dieses Geschäftsfeld konzentriert sich Kötter mit Arbeitnehmerüberlassungen.



Der Einzelhandel ist personalintensiv. Verlängerte Ladenöffnungszeiten, schwankende saisonale und temporäre Kundenfrequenzen erfordern eine effiziente Planung. Hinzu kommen Urlaubs- und Krankheitszeiten, die ihren Tribut fordern.

Einzelhändler haben unterschiedliche Strategien entwickelt: Einige setzen auf Alleskönner mit dem Ziel, von der Kasse bis hin zum Wareneingang Leerläufe zu vermeiden. Andere kategorisieren systematisch die Einsatzfelder ihrer Mitarbeiter gemessen an deren Fähigkeiten und setzen sie dementsprechend ein.

Lücken schließen

Ein flexibler Personaleinsatz ist häufig schwierig umzusetzen. Diese Lücke versucht das Dienstleistungsunternehmen Kötter zu schließen. "Uns geht es nicht darum, den Personalkostenblock des Einzelhandels nach unten zu korrigieren, sondern darum, durch gezielte Dienstleistungen den Umsatz im Handel zu steigern", sagt Peter Brand, Vertriebsleitung Handel bei Kötter Personal Service in Essen.

Das Unternehmen konzentriert sich im Segment Handel auf Baumärkte, Waren- und Kaufhäuser, Verbrauchermärkte und Filialisten. "Unser Ziel ist es, mit spezifischen Konzepten dem Einzelhandel Möglichkeiten zu bieten, das Personal auf der Fläche von nicht-verkäuferischen Diensten zu entlasten", so Brand.

Gestellt wird Personal im Bereich Warenverräumung, Kasse, Kontrolle von Mindesthaltbarkeitsdaten, Inventur, Warenpräsentation sowie Revision.

Alles aus einer Hand

Kötter kommt aus dem Security-Geschäft und hat sich zum Anbieter für "Systemlösungen" beispielsweise für die Branchen Industrie, Verwaltung, Logistik und Handel entwickelt. Bei den Konsumgüterherstellern werde Zeitarbeit deutlich stärker in Anspruch genommen.

Kötter setzt auch Betriebshelfer, Hausmeister und Mitarbeiter zur Reinigung der Maschinen bei vielen großen Markenartiklern ein.

Der Einzelhandel ist beim Thema Personalüberlassung zurückhaltender. Ein Beispiel: Nur 10 Prozent der deutschen Händler nehmen bei der jährlichen Inventur Zeit-Arbeitnehmer in Anspruch, schätzt Brand. Dennoch zeichne sich insgesamt ein Trend in Richtung Zeitarbeit ab. Die Einsatzgebiete werden mit den Auftraggebern individuell abgestimmt.

Warenveräumung nach Maß

Rund 60 Mitarbeiter Kötters pro Outlet rücken jede Nacht in sämtliche SB-Warenhäuser eines deutsches Lebensmittelhändlers zur Warenverräumung aus, die rund vier bis sechs Stunden in Anspruch nimmt. "Ein norddeutscher Baumarkt plant derzeit, mit uns das gesamte Kassenpersonal zu besetzen", sagt Brand.

Kötter versteht sich auch als "Personalpuffer", wo Mitarbeiter in Krankheitsfällen, Spitzenzeiten und während des Urlaubs gestellt werden können. Die Dienstleistung erfolge nach den Einsatzplänen des Kunden. Grundsätzlich geschehe der Personaleinsatz im Einverständnis mit den Betriebsräten des Kunden.

Einen potenziellen Einsatz sieht Kötter im saisonalen Regal- und Dekorationswechsel. Heute werde diese Aufgabe von nahezu allen Kauf- und Warenhausbetreibern sowie Möbelhausfilialisten noch in Eigenregie betrieben. In den USA sei der Einsatz von Fremdpersonal im Einzelhandel gang und gebe, so Brand. Selbst Marktleiter würden dort auf der Fläche von Dienstleistern gestellt.

Schulung der Mitarbeiter

Kötter Personal Service vergütet nach dem BZA-Tarif (Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V.), der mit Gewerkschaften wie Verdi, IG Metall und NGG vereinbart wurde. Zur Schulung der eigenen Mitarbeiter hat der Dienstleister eine Akademie gegründet.

Das Angebot reiche von Kassen- und Inventurschulungen über Informationen zu Bestell- und Warenausgangsprozessen bis hin zu Schulungen zur Verminderung von Inventurdifferenzen.

Auf dem Zeitarbeitsmarkt gibt es nach Aussagen Brands nur eine Hand voll Unternehmen, die bundesweit auf Personalüberlassung für den Handel spezialisiert sind. Kötter konzentriert sich dabei derzeit noch auf Großflächen. Potenziell kämen aber auch Filialisten in Frage - nicht die Fläche wäre hier entscheidend, sondern die Zahl der Supermärkte. (juh)

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