Nur mittelmäßiges Engagement

von Redaktion LZ
Freitag, 27. August 2004
Ausschlaggebend für engagiertes Arbeiten sind eine faire Vergütung, das unmittelbare Arbeitsumfeld sowie Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.



Das hat die Unternehmensberatung Tower Perrin in einer Studie herausgefunden. Die Towers Perrin-Studie "Reconnecting with Employees - Gewinnen, Binden und Motivieren von Mitarbeitern als Beitrag zum Unternehmenserfolg" stützt sich auf die aktuelle Befragung von 15.000 Führungskräften und Mitarbeitern aus sechs westeuropäischen Ländern.

Danach engagieren sich weniger als ein Viertel deutscher Arbeitnehmer sehr stark in ihrem Beruf. Zwei Drittel dagegen setzen sich nur moderat und rund 14 Prozent gar nicht für ihre beruflichen Aufgaben ein.

Damit zeigen die Deutschen im Vergleich der westeuropäischen Länder dennoch das größte Engagement, vor Frankreich und Großbritannien.

Je älter, desto engagierter

Geschlechtsspezifische Unterschiede gebe es kaum. Vielmehr zeigten die Ergebnisse, dass der Anteil der hoch engagierten Mitarbeiter mit dem Alter tendenziell zunimmt. Eine Ausnahme bilden diejenigen, die sich kurz vor dem Ruhestand befinden.

Gleichzeitig, so die Analysten, sei der Einsatz der Mitarbeiter umso höher, je höher die bekleidete Position im Unternehmen ist. Die Mitarbeiter, die sich stark in ihrem Beruf einsetzen, sind gleichzeitig auch diejenigen, die kaum ihren Arbeitgeber wechseln und eine sehr starke Bindung an das Unternehmen haben.

Ein Prozent von ihnen plant einen Wechsel, ein weiteres Prozent ist aktiv auf der Suche. Dagegen hielten rund 30 Prozent der Unmotivierten Ausschau nach einer neuen Stelle bzw. planten eine Veränderung.

Vor allem das Verhalten des Top-Managements und des unmittelbaren Vorgesetzten sowie die individuellen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten stimulierten zu Höchstleistungen und binden Mitarbeiter an das Unternehmen.

Entscheidend bei der Vergütung sei eine branchen- und marktübliche Ausgestaltung, die fairen Kriterien folgt.

In der Befragung haben Unternehmensführungen in Deutschland europaweit die besten Bewertungen erhalten, allerdings mit rückläufiger Tendenz.

36 Prozent der befragten Deutschen gaben an, weniger Vertrauen in die Spitze zu haben, 12 Prozent haben mehr Vertrauen als noch vor einigen Jahren. Deutlich negativer äußerten sich die Spanier und Italier: Hier meinten 51 bzw. 52 Prozent, dass ihre Unternehmensführung kein Interesse am Wohlergehen der Arbeitnehmer zeigt. (ba)

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