Ältere Mitarbeiter haben mehr Erfahrung

von Judit Hillemeyer
Freitag, 14. Juli 2006
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Mehr als ein Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland, nämlich 36 Prozent, beschäftigt derzeit keinen Mitarbeiter, der älter als 50 Jahre ist.



Von kleineren Firmen mit bis zu 5 Arbeitnehmern haben sogar 50 Prozent keine älteren Mitarbeiter angestellt. Dabei haben 70 Prozent der Unternehmen, die schon einmal ältere Mitarbeiter beschäftigt haben, bisher sehr gute (29 Prozent) oder gute (41 Prozent) Erfahrungen damit gemacht.

Wie viele Mitarbeiter Ihres Unternehmens sind älter als 50 Jahre?
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Bei nur 4 Prozent waren die Erfahrungen weniger gut oder schlecht. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Stromanbieters Watt Deutschland und des Magazins Impulse. Forsa befragte repräsentativ bundesweit 500 mittelständische Firmenchefs.

Gute Erfahrungen

Demnach beschäftigen Betriebe mit mehr als 50 Angestellten alle mindestens einen Mitarbeiter, der älter als 50 Jahre ist. Firmenchefs, die gute Erfahrungen mit älteren Mitarbeitern gemacht haben (70 Prozent), heben vor allem Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein und Gewissenhaftigkeit der älteren Mitarbeiter hervor (44 Prozent).

38 Prozent schätzen die Berufserfahrung, 25 Prozent das große Fachwissen. 20 Prozent stellten hohe Einsatzbereitschaft und Engagement fest.

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Diejenigen, die auch schlechte Erfahrungen machen (24 Prozent), nennen häufige Krankmeldungen (32 Prozent) und Unflexibilität (31 Prozent). Einige fanden, dass Ältere körperlich oder in Stresssituationen nicht ausreichend belastbar waren beziehungsweise allgemein in schlechter körperlicher oder geistiger Verfassung (18 Prozent).

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Firma mit Mitarbeiter ab 50 gemacht?
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In rund jedem fünften mittelständischen Betrieb (22 Prozent) gibt es - zumindest in manchen Tätigkeitsbereichen - bei der Einstellung eine Altersbegrenzung, am häufigsten (29 Prozent) in Betrieben mit jungen Geschäftsführern oder Personalverantwortlichen unter 40.

Außendarstellung der Firma

Im Handwerk (25 Prozent) und im Einzelhandel (27 Prozent) finden sich häufig Altersgrenzen bei Neueinstellungen.

Nur bei 10 Prozent hat die Altersgrenze etwas mit der Außendarstellung des Unternehmens gegenüber Kunden beziehungsweise einer jugendlichen Zielgruppe zu tun. Als altersunabhängige Eigenschaften beurteilen die meisten Firmenchefs Teamfähigkeit, Kollegialität sowie Loyalität gegenüber Vorgesetzten.

Deutlich häufiger älteren als jüngeren Mitarbeitern zugeschrieben werden Erfahrenheit (83 Prozent), Kompetenz und Sicherheit (55 Prozent) sowie Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit (48 Prozent). Jüngeren wird dagegen eher Flexibilität (43 Prozent) und Leistungsfähigkeit (30 Prozent) zugeordnet. Mehr als die Hälfte der Befragten sehen dies jedoch altersunabhängig.

Insgesamt 62 Prozent der Unternehmer - 83 Prozent in Ostdeutschland, aber nur 59 Prozent in Westdeutschland - wissen, dass sie Fördermittel und andere Vorteile erhalten können, wenn sie ältere Bewerber einstellen.

Der Eingliederungszuschuss ist die bekannteste Förderung (61 Prozent). 47 Prozent kennen die leichtere Befristung der Arbeitsverhältnisse von Bewerbern ab 52 Jahren. Am unbekanntesten (26 Prozent) ist, dass seit dem Jahr 2003 Arbeitgeber für einen neuen Mitarbeiter ab 55 Jahren keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen müssen, wenn dieser vorher arbeitslos gemeldet war. (juh)

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