NGG streitet um illegale Arbeiter

von Judit Hillemeyer
Freitag, 14. Januar 2005
Lohndumping und illegale Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter wirft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG Subunternehmen der deutschen Fleischwirtschaft vor.



Unter dem Vorwurf des Lohndumpings hat die Gewerkschaft NGG die beiden Personalvermittlungsunternehmen Riesch Nord GmbH in Ostercappeln und Multi-Job in Warschau zur Lohnnachzahlung von rund 15 000 Euro für zwei polnische Arbeiter aufgefordert.

Sie sollen drei Monate in einem Fleischwerk der Stöver-Unternehmensgruppe gearbeit haben. Die von der Gewerkschaft erhobenen Vorwürfe weist der geschäftsführende Gesellschafter Eike Stöver vehement zurück.

Die Unternehmensgruppe hat derzeit außerhalb der Kartoffelverarbeitung zwei Verträge mit zugelassenen Werkvertragsunternehmen abgeschlossen - auch mit Riesch Nord, so Eike Stöver. Diese Firmen setzen zum Teil auch Personal aus Osteuropa ein - eine gängige Vorgehensweise in der Lebensmittelverarbeitung.

Stöver versichert, dass sein Unternehmen zu keinem Zeitpunkt gegen geltendes deutsches Recht verstoßen habe. Externe Prüfungen seien bislang ohne Beanstandungen geblieben.

Gesetzliche Regelungen

Die Rahmenverträge seien ebenfalls extern geprüft und "für richtig befunden worden". Der Geschäftsführer betonte, "sollten wir feststellen, dass gesetzliche Regelungen von den hier tätigen Werkvertragsunternehmen nicht eingehalten werden, werden wir solche Zustände nicht dulden und nach Prüfung die Verträge sofort beenden." Bislang hätte jedoch die NGG ihre Vorwürfe nicht konkretisiert.

Laut Informationen der Gewerkschaft soll den polnischen Arbeitskräften ein Stundenlohn von 2,28 Euro ausgezahlt worden sein - bei einer Wochenarbeitszeit von bis zu 80 Stunden.

Nach den Richtlinien zur Vergabe von Werkverträgen aus den neuen EU-Ländern darf der ortsübliche Stundenlohn von derzeit 7,40 Euro nicht mehr als 30 Prozent unterschritten werden, so NGG-Geschäftsführer Matthias Brümmer, Region Oldenburg/Ostfriesland.

Gegen diesen Verstoß will die NGG gerichtlich vorgehen. Im Gegenzug hat die Firma Stöver bereits gegen die öffentlichen Behauptungen der Gewerkschaft rechtliche Schritte eingeleitet. (juh)

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