NGG kritisiert Kronenbrot

von Judit Hillemeyer
Dienstag, 10. Mai 2005
Die Gewerkschaft NGG wirft Kronenbrot vor, in den Tarifbereich des Bäckerhandwerks zu flüchten, obwohl dieser den industriellen Unternehmensstrukturen keinerlei Rechnung trage.



Der Brothersteller hat kürzlich den Haustarifvertrag gekündigt, um den Flächentarifvertrag des Bäckerhandwerks zu übernehmen. Betroffen sind davon rund 1.200 Angestellte in den Werken Würselen, Köln und Witten.

Die Gewerkschaft betont, dass das Unternehmen viele Jahrzehnte in der Brotindustrie beziehungsweise dem Verband der Großbäckereien angehört hat, den Kronenbrot selber mitgegründet hat. Lange Jahre war Geschäftsführer Lothar Mainz Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Großbäckereien e.V.

Die Gewerkschaft kritisiert: "Welch ein Wandel innerhalb eines Jahres: Austritt Arbeitgeberverband Großbäckereien, Haustarifvertrag, Eintritt Bäckerhandwerk."

Damit wolle die Geschäftsleitung ihr unternehmerisches Risiko auf Kosten der Mitarbeiter abwälzen, heißt es in einer Pressemitteilung der NGG.

Nach Recherchen der Gewerkschaft "wird jeder derzeit bei Kronenbrot beschäftigte Arbeitnehmer zwischen 10 und 20 Prozent Jahreseinkommen brutto verlieren.

Für "Neueingestellte" wird sich die Kürzung um ein Vielfaches verstärken, so die Gewerkschaft. "Wir werden dann zweierlei Arbeitnehmer haben, die kostengünstigeren Neuen und die zu teuren Alten, die vor dem 1. April 2005 eingestellt wurden.

Die Gewerkschaft hat hat nach eigenen Angaben ein erstes Gutachten über ihre Rechtsabteilung erstellen lassen. "Danach verhält sich die Geschäftsleitung nach unserem jetzigen Kenntnisstand in Teilbereichen rechtswidrig."

Die NGG fordert den Brothersteller auf, am 17. Mai die Tarifverhandlungen für einen neu abzuschließenden Haustarifvertrag fortzusetzen. (juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats