Recruiting-Engpass im Mittelstand Mit Nachhaltigkeit dem Fachkräftemangel Paroli bieten

von Christiane Düthmann
Freitag, 28. Februar 2014
Zahlreiche Unternehmen der bayerischen Foodbranche bekommen Engpässe beim Recruiting bereits zu spüren. Der Workshop "Fachkräftemangel 2020" des Clusters Ernährung sucht nach Lösungen. Eine lautet: Nachhaltigkeit.
"Es geht darum, intelligente Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden", sagt Christian Geßner, Leiter des Zentrums für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke. Das Forschungsinstitut hat sich der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft verschrieben.

Ein sinnvoller Ansatz ist in Geßners Augen Nachhaltigkeit – auch im Bereich Human Resources. Er plädiert für abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, denn Demografie sei nicht nur ein Thema für Personaler. Und er warnt davor, ein Flickwerk aus lauter Einzelmaßnahmen zu erstellen. "Nachhaltigkeit darf kein Strohfeuer sein, sondern es muss ein System dahinter stecken."

Das ZNU bietet dazu nicht nur die Qualifikation zum Nachhaltigkeitsmanager, sondern auch den Standard "Nachhaltiger Wirtschaften Food" an. Etliche Produzenten haben diese Audits bereits durchlaufen, unter anderem der Schokoladenhersteller Ritter, Kuchenmeister, Bitburger oder die Teutoburger Ölmühle. "So etwas entfaltet Wirkung nach innen wie nach außen", ist Geßner überzeugt.

Junge Leute suchen Sinnhaftigkeit

Es führe dazu, die Belegschaft stärker an das Unternehmen zu binden. Und es mache den Arbeitgeber für den Nachwuchs attraktiv. "Die jungen Leute wollen nicht nur Geld, sondern suchen nach Sinnhaftigkeit", so der Referent. Auch in den Augen der begehrten Fach- und Führungskräfte steige die Reputation eines konsequent nachhaltig wirtschaftenden Unternehmens Schritt für Schritt.

 

Eine besondere Verantwortung im Veränderungsprozess tragen die Vorgesetzten. Es gehe nicht mehr darum, "top-down den Direktor zu geben, sondern als Teamchef zu agieren".

Nachhaltig erfolgreiche Führungskräfte zeichnen sich laut Geßner durch "ein akzeptiertes Wertegerüst und klare Ziele" aus, schaffen "transparente Strukturen und eine positive Fehlerkultur" und sind in der Lage, Trends aus dem Umfeld "systematisch in Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen umzuwandeln".

(cd)

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