Nachwuchsgewinnung "Metro-IT wird von außen oft unterschätzt"

von Redaktion LZ
Donnerstag, 07. Dezember 2017
Timo Salzsieder: Chief Information Officer, Metro.
Sabine Grothues/Metro
Timo Salzsieder: Chief Information Officer, Metro.

Herr Salzsieder, füllt die Code University eine Lücke, die andere Hochschulen lassen?

Ja, absolut. Ich habe selbst Informatik in Deutschland studiert. Das Studium ist oft sehr theoretisch. Später konnte ich in England und im Silicon Valley feststellen, dass es auch ganz anders geht. Das Angebot der Code University, trifft zudem genau die Themen, die wir bei Metro brauchen: Denn Studiengänge wie Product Management und Interaction Design werden von deutschen Hochschulen bislang sonst nicht abgedeckt.

Was machen Interaction Designer?

Sie beschäftigen sich damit, wie sich ein User optimiert durch eine Webseite bewegt. Das unterscheidet sie von Visual Designern, die dafür sorgen, dass der Online-Auftritt gut aussieht. Die Musik spielt jedoch immer mehr beim Interaction Design. Es erhöht die Conversion Rate, also die Erfolgswahrscheinlichkeit für den Kaufabschluss.

Wie machen Sie das bisher?

Die meisten, die bei uns als Product Manager oder Interaction Designer arbeiten, sind Quereinsteiger. Sie haben BWL oder Design studiert und ihre Fähigkeiten eigenständig weiter entwickelt. Auf Juniorpositionen bilden wir Talente im Rahmen des Jobs aus. Sie besuchen etwa passende Konferenzen. Wir bilden klassisch in Form von Training on the Job aus, weil das gezielte Ausbildungsangebot fehlt.

Sind Ihre Code-Projekte unternehmensrelevant?

Unbedingt. Wir haben viele spannende Projekte laufen. Die Themen, die von Code-Studenten bearbeitet werden, liefern definitiv Impulse für unser Business. Unser Ziel ist es, einen kontinuierlichen Kontakt zwischen Metro-Mitarbeitern und Code-Studenten zu etablieren.

Was wollen Sie mit der Kooperation erreichen?

Es entsteht eine Win-win-Situation. Der Studierende soll etwas mitnehmen. Das hat nicht nur mit technischen Skills zu tun, sondern mehr mit der Methodik. Er lernt, sich im Team zu bewegen. Dieser soziale Aspekt ist auch im Unternehmen wichtig. Gleichzeitig wird produktiv etwas für das Unternehmen entwickelt. Langfristig verfolgen wir das Ziel, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Wir bewegen uns global mitten im War for Talents. Für Metro ist es äußerst motivierend, mit der Code University zusammen zu arbeiten, um frühzeitig in Kontakt zu kommen.

Wieviele Talente wollen Sie rekrutieren?

Ganz ehrlich, bei entsprechender Qualifikation würden wir alle 88 einstellen, da wir den Bedarf haben. Wir haben global einen IT-Personalbedarf im niedrigen dreistelligen Bereich. Je mehr Talente wir gewinnen, desto besser.

Was ist Ihr USP für Talente?

Die Metro wird in Sachen IT von außen häufig enorm unterschätzt. Bei uns laufen die gleichen Themen wie bei Zalando oder Otto, nur vielleicht weniger sichtbar. Ein großer Bereich beschäftigt sich mit Digitalisierung. Es gibt große Online-Auftritte, wir digitalisieren klassische Abläufe wie etwa Self-Checkout-Kassen. Und wir sind sehr international aufgestellt. Das bietet vielfältige Perspektiven.

Sie stehen mit den anderen Partnern der Uni im Wettstreit um Talente.

Wir sitzen alle im gleichen Boot, sind Wettbewerber auf der Suche nach Talenten. Doch wir profitieren vom Know–how-Austausch – auch unabhängig von der Code. Zum Beispiel führen wir Hackathons durch oder treffen uns bei Innovations-Events. Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, die Talent-Pipeline zu füllen.

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