Kaum Konzepte für Xing und Co.

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 08. August 2013
Bedeutung der Kanäle aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht
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Bedeutung der Kanäle aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht
In fünf Jahren werden Social-Media-Plattformen zu den wichtigsten Kanälen im Recruiting gehören. Das prognostizieren Nahrungs- und Genussmittelhersteller im Rahmen einer Studie von FH Erfurt und Topos Personalberatung.
"Das produzierende Gewerbe und seine Mitarbeiter sind keine klassischen Social-Media-Nutzer." So lautet eines von vielen Arbeitgeberstatements, das im Rahmen einer telefonischen Befragung der Fachhochschule Erfurt gesammelt wurde.

"Das spiegelt die aktuelle Stimmung in der Nahrungs- und Genussmittelbranche gut wider", findet Prof. Steffen Schwarz. Sechs seiner Master-Studenten haben die stichprobenartige Studie "Bedeutung von Social Media Recruiting in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie" durchgeführt.

Zwar halten alle befragten Arbeitgeber Social Media für ein Thema mit großer Zukunft. Bereits auf den Zug aufspringen wollen oder können aber nur die wenigsten. Die Begründungen sind vielfältig: hoher Aufwand, kein Budget, keine Kompetenz, keine Zeit.

Die Wege der Personalbeschaffung werden sich dramatisch verändern

#/ZT# Dass sich die Wege der Personalbeschaffung bis 2018 grundlegend verändern werden, darin sind die Verantwortlichen in den Unternehmen einer Meinung. "Die gedruckte Stellenanzeige verliert dramatisch an Bedeutung, während Online-Stellenbörsen, die eigene Unternehmenswebsite, Headhunter und Social Media bei der Besetzung von Stellen immer wichtiger werden", sagt Carl Christian Müller von der Topos Personalberatung.

Doch nur die wenigsten passen ihr Recruitingkonzept der eigenen Prognose an. "Fast 80 Prozent geben an, im Unternehmen existiere kein Social-Media-Konzept. 11 Prozent davon entwickeln derzeit eines", erläutert der Initiator der Studie die Ergebnisse. Dass dabei vor allem größere Unternehmen mit mehr als hundert Mitarbeitern die Nase vorn haben, ist keine Überraschung.

Kleine Hersteller hinken hinterher

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Bewertung von Social-Media-Recruiting aus Arbeitgebersicht
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Immerhin 38 Prozent der Befragten halten Social Media schon heute für "wichtig" oder "sehr wichtig". 58 Prozent nutzen es aber wohl eher sporadisch. So geben die meisten Nutzer an, weniger als drei Stunden pro Woche zu investieren.

Am häufigsten wird dabei die Businessplattform Xing für das Recruiting genutzt – mit einigem Abstand gefolgt von Facebook. Linkedin und Twitter hingegen spielten zumindest bislang bei der Personalbeschaffung nur eine untergeordnete Rolle.

Jüngere Zielgruppen im Fokus

#/ZT# Sinnvoll erscheint Unternehmen das Recruiting via Social Media vor allem, um jüngere Zielgruppen anzusprechen: potenzielle Azubis, Trainees oder Praktikanten. Doch auch wenn diese Kanäle derzeit bei der Stellenbesetzung noch kaum eine Rolle spielen, sollten sich Arbeitgeber im Rahmen von Employer Branding und Imagebildung intensiver damit auseinandersetzen, empfiehlt Müller.

"Die Trainees von heute sind schließlich die Fach- und Führungskräfte von morgen." Es sei nur eine Frage der Zeit, dass Social Media auch im Recruiting weiter an Bedeutung gewinne. "Unternehmen sollten sich rechtzeitig darauf vorbereiten, um im Wettstreit um die Social-Media-affinen Digital Natives und High Potentials nicht den Anschluss zu verpassen."

(cd)

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