Networking-Event Amazon inspiriert zu digitalem Denken

von Silke Biester
Freitag, 22. September 2017
Vorbilder der Digitalwirtschaft: Miriam Wohlfahrt, Ratepay, Stephanie Oppitz, Windelmanufaktur, und Stephanie Bschorr, Verband deutscher Unternehmerinnen, im Gespräch mit Markus Schöberl, Amazon Seller Service (v.l.).
Fotos: Tobias Koch/Amazon
Vorbilder der Digitalwirtschaft: Miriam Wohlfahrt, Ratepay, Stephanie Oppitz, Windelmanufaktur, und Stephanie Bschorr, Verband deutscher Unternehmerinnen, im Gespräch mit Markus Schöberl, Amazon Seller Service (v.l.).
Amazon verbreitet bei der Dialogveranstaltung "Amazon Academy" digitalen Optimismus und gibt Einblicke in die eigene Arbeitskultur. Die Transformation bestehender Organisationen und Geschäftspartner sowie Erfolgsrezepte für Jungunternehmer stehen im Fokus des Events.

Für Ralf Kleber, Deutschland-Chef des Online-Riesen Amazon, ist heute noch jeder Tag wie "Tag eins", versichert er bei der Eröffnung des Networking-Events für Amazon-Geschäftspartner, Marketplace-Händler, Autoren und Entwickler: "Man kann täglich etwas verbessern und neue Ideen auf den Weg bringen." Kern der Amazon-Kultur sei es dabei, dass sich alle Veränderungen am Kundennutzen orientieren.

Diese Experimentierfreude ist seiner Ansicht nach einer der Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation. Es reiche nicht aus, sich mit Technologien zu befassen, ist er überzeugt und plädiert dafür, kulturelle Faktoren wie Fehlertoleranz, Agilität und ein "digitales Mindset" voran zu treiben. Warum wir uns in deutschen Unternehmen so schwer tun, mit Fehlern lockerer umzugehen, wird er von der Moderatorin Dunja Hayali gefragt. "Weil wir von Geburt an auf Perfektion getrimmt sind", antwortet er. Deshalb gelte es, sich bei der Auseinandersetzung mit missglückten Versuchen ganz bewusst auf die inhaltliche Ebene zu konzentrieren – anstatt die handelnde Person zu fokussieren.

Für weitere Denkanstöße wird Prof. Sabine Remdisch live von der Stanford University, USA, auf die Leinwand im Saal zugeschaltet. "Die Digitalisierung beginnt im Kopf", sagt sie. Das verändere das Arbeiten, die Führung und das gesamte Leben. Im Silicon Valley, bastele jeder an Prototypen irgendeiner Art. Seine Ideen zu teilen, statt sich abzuschotten, sei eines der Erfolgsprinzipien, um sie zur Marktreife zu entwickeln. Unternehmertum, Networking, Storytelling und die Präsenz in der Clowd seien ebenso Teil des digital Mindset wie eine gesundheitsbewusste Lebensform.

Innovationskultur im Alltag leben

Wie es bei Amazon gelingt, gelebte Innovationskultur im Arbeitsalltag einzubetten, beschreibt beispielhaft Sam Nicols, Director Amazon Prime Deutschland. Grundsätzlich seien alle Mitarbeiter aufgerufen, Ideen zu entwickeln und einzubringen. Damit sich die richtigen Konzepte durchsetzen, habe man einen "Working-backwards-Prozess" entwickelt: Der Ideen-Geber soll sich anfangs nicht auf die Umsetzbarkeit konzentrieren, sondern gedanklich zurück gehen bis zum Kunden und sich fragen, wie dieser zu seiner Idee steht.

Als Hilfsmittel sind drei Aufgaben zu erledigen: Die Idee soll in Form einer Pressemitteilung verfasst werden, die quasi die Markteinführung bekannt gibt. "Dabei wird schnell deutlich, ob das Konzept Begeisterung auslöst", begründet Nicols. Außerdem müssen "Q&As" geschrieben werden, die potenzielle Fragen von vornherein beantworten. Außerdem soll die Idee visualisiert werden. Dieses Vorgehen stelle einerseits sicher, dass nur kundenorientierte Konzepte weiterverfolgt werden", erläutert der Prime-Chef. Zudem könne an unausgereiften Ideen später noch weitergearbeitet werden.

Förderinitiative: Amazon-Chef Ralf Kleber will gemeinsam mit Holger Krimmer vom Stifterverband die Digitalisierung der Zivilgesellschaft unterstützen.
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Förderinitiative: Amazon-Chef Ralf Kleber will gemeinsam mit Holger Krimmer vom Stifterverband die Digitalisierung der Zivilgesellschaft unterstützen.

Es ist Kleber ein Anliegen, "digitales Denken" nicht nur im eigenen Haus, sondern im ganzen Land weiter zu bringen. Bei der Amazon Academy kündigt er gleich zwei Initiativen an, die anderen den Weg der Digitalisierung ebnen sollen: Die Förderinitiative "digital engagiert" unterstützt Projektideen zur Digitalisierung in der Zivilgesellschaft. "Wir wollen, dass gemeinnützige Projekte genauso von der Digitalisierung profitieren können wie Unternehmen", erläutert Kleber. "Dafür öffnen wir unsere Türen und stehen mit Technologie-Expertise sowie finanzieller Unterstützung bereit."

Unternehmerinnen der Zukunft gesucht

Zusammen mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen "Women in Digital" werden zudem "Unternehmerinnen der Zukunft" gesucht. Das Programm soll Geschäftsführerinnen und Inhaberinnen kleiner Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern dabei helfen, ihr Geschäft im Onlinehandel auf- oder auszubauen – aus eigener Kraft sowie mit Unterstützung von Experten-Coaches. Als Vorbild berichtet Stephanie Oppitz, die zu den Siegern der ersten Runde des Wettbewerbs "Unternehmer der Zukunft" gehört, vom Online-Erfolg ihrer Windelmanufaktur. "Die Geburt eines Kindes ist ein guter Zeitpunkt, um ein Unternehmen zu gründen", macht sie jungen Müttern Mut, deren Karriere in der Familienphase ins Stocken gerät. "Das Online-Geschäft bietet viel Flexibilität."

Das soziale Engagement von Amazon ist allerdings nicht ganz uneigennützig: Je mehr (Klein-)Unternehmer ihre Ware über den Amazon-Marketplace anbieten, umso allumfassender wird das Angebot der Plattform und die Systeme arbeiten ausgelastet und effizient.

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