Auslaufmodell deutsches Diplom

von Redaktion LZ
Donnerstag, 17. Juni 2004
Personalvorstände deutscher Unternehmen haben sich im Rahmen der Aktion "Bachelor welcome" für eine konsequente Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master ausgesprochen.



Spätestens ab 2010 werden Diplome und Magister von Bachelor- und Master-Abschlüssen abgelöst sein. Hochschulen, Unternehmen und Schulabsolventen scheinen sich damit noch nicht angefreundet zu haben.

Dr. Arend Oetker, Geschäftsführender Gesellschafter gleichnamigen Holding GmbH & Co. und Präsident des Stifterverbandes, formuliert es so: "Welche Kompetenzen ein Bachelor-Absolvent mitbringen muss, darüber gibt es bei vielen Hochschulen und Unternehmen zur Zeit noch wenig konkrete Vorstellungen."

Unklar sei auch, welche Karrierewege den Bachelor-Absolventen offen stehen. Solange es keine Konzepte gebe, würde die Reform nur zögerlich umgesetzt. Ein deutliches Signal von Arbeitgeberseite sei angezeigt.

Ein solches ist die konzertierte Aktion einiger deutscher Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband, der Deutschen Bahn AG, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und dem Centrum für Hochschulentwicklung, die da heißt: "Bachelor welcome".



Eine konzertierte Aktion

Begrüßt wird die künftige Hochschulausbildung mit mehr Praxisnähe, kürzeren Studienzeiten, größeren internationalen Anteilen und einer besseren internationalen Vergleichbarkeit, die die Umstellung auf die neuen Abschlüsse bieten soll.

Weil der Erfolg der neuen Struktur auch von unternehmerischer Nachfrage abhängt, haben die Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Bachelor-Absolventen in den eigenen Häusern zugesagt.

Von den Hochschulen fordern sie die Schaffung vergleichbarer Schlüsselkompetenzen, ein mögliches Studium nach mehrjähriger Berufstätigkeit und die engere Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen. Die Hochschulen müssten über Akkreditierung, Evaluation und Rankings die Qualität des Angebotes sichern und dabei Unternehmensvertreter mit einbeziehen.

Vier neu geschaffene Bachelor- und Master-Studiengänge werden in den kommenden drei Jahren vom Stifterverband mit jährlich jeweils 100 000 Euro unterstützt. (ba)

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