Motivation Otto fordert Mitarbeiter zum Tanzen auf

von Redaktion LZ
Donnerstag, 28. August 2014
Disco auf dem Campus: Hier sollen die Kollegen den Kopf frei kriegen. Und wer sich richtig ausgetobt hat, geht entspannt an seine Arbeit zurück.
Otto
Disco auf dem Campus: Hier sollen die Kollegen den Kopf frei kriegen. Und wer sich richtig ausgetobt hat, geht entspannt an seine Arbeit zurück.
LZnet/Christiane Düthmann. Kollegen auf leichte Art neue Denkanstöße vermitteln: Das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe "Culture Club", die sich die Otto Group ausgedacht hat. Dass dabei Spaß und Bewegung nicht zu kurz kommen, zeigt "Lunchbeat": Hier wird die Mittagspause zur Disco.
Wummernde Bässe, zuckende Lichtreflexe in der Dunkelheit, zweihundert Leute auf der Tanzfläche. Aber nicht spätabends in irgendeinem angesagten Club, sondern mittags im Betrieb. "Lunchbeat" macht es möglich.

Die Otto Group hat einen aus Stockholm kommenden und mittlerweile auch in New York grassierenden Pausentrend aufgegriffen und lässt ihre Mitarbeiter ausgelassen schwofen. Zumindest ab und zu.

Ausgedacht hat sich das Spektakel die "Kulturentwicklung" des Hamburger Konzerns, "ein kleiner, kreativer und unorthodoxer Bereich", wie ihn Personaldirektorin Sabine Josch beschreibt. Dabei ist Lunchbeat kein Solitär, sondern gehört zu einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe namens "Culture Club", die bereits seit April läuft.

Sie soll den Mitarbeitern "Impulse geben und das Denken ‚Out of the box’ anregen", umreißt Josch den Sinn des Ganzen. "Es geht um ein positives, vielfältiges Arbeitsklima und neue Impulse, aber auch um eine inhaltliche Bereicherung der beruflichen Themenwelt."

Mitarbeiter sollen über den Tellerrand blicken

 

Ungewöhnliche Events zählen dazu: Etwa "Philosopher’s Notes" – bestritten durch den Referenten Hauke Schmidt von der Modern Life School in Hamburg. Oder ein "Poetry Slam" mit dem Wuppertaler Schriftsteller Patrick Salmen. Auch "Unplugged"-Konzerte junger, noch eher unbekannter Künstlern passen ins Konzept. Und eben Beats statt Bockwurst in der Mittagspause.

 

Hat begeistert mitgetanzt: Otto-Personalerin Sabine Josch.
Reiner Selbstzweck ist das nicht: "Die Mitarbeiter sollen dabei den Kopf frei kriegen", wünscht sich HR-Managerin Josch, die beim ersten Lunchbeat selbst begeistert mitgetanzt hat. Etwa 200 der insgesamt rund 4.000 Kollegen auf dem Hamburger Unternehmensgelände sind der Einladung gefolgt, die im Intranet und auf Plakaten bekannt gemacht wurde. "Die Tanzfläche war eine Stunde lang voll", berichtet Josch. Vor allem Jüngere tobten sich richtig aus.

Eine Fortsetzung ist schon fest eingeplant

Das "Loft 06", eine zum Veranstaltungszentrum umgebaute ehemalige Verladehalle direkt auf dem Campus, wurde dazu komplett abgedunkelt und mit Lichteffekten aufgehübscht. Ein Profi-DJ sorgte für den passenden Sound.

Für die Hungrigen standen auf einem Buffet Schnittchen und Saté-Spieße bereit. Und weil das Ganze in der Belegschaft auf durchweg positive Resonanz gestoßen ist, hat Josch eine Fortsetzung bereits fest eingeplant.

Sie ist überzeugt davon, dass ein solches Event zum einen die Motivation der Mitarbeiter fördert und zum anderen auf das Unternehmensimage einzahlt. Das könne mehr wert sein als eine Kampagne. So haben die Tänzer via Facebook ihre Eindrücke von der Lunchbeat-Premiere lebhaft geschildert.

Josch ist überzeugt: "Ein solches Event kostet nicht die Welt, gerade im Vergleich zu den Kosten für eine Stellenanzeige. Aber die Motivation, die es bewirkt, ist nicht mit Geld zu bezahlen."

Geringe Kosten, hohe Motivation

Der Culture Club ergänzt Veranstaltungsformate, die es schon seit Längerem im Unternehmen gibt, die aber einen etwas anderen Fokus setzen: So treffen sich interessierte Mitarbeiter alle zwei Monate Mittags zum "Lunch & Learn".

Während sie ihre Suppe löffeln, vermitteln Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen Wissenswertes – beispielsweise über Informationstechnologie im Wandel oder einen neuen Fashion-Trend. Auf diese Weise sollen das Networking gefördert und eine große Menge von Mitarbeitern über wichtige inhaltliche Entwicklungen im Unternehmen und dessen strategische Ausrichtung up-to-date gehalten werden.

Ähnlich geht es beim "Breakfast Club" zu. Jeder, der möchte, kann teilnehmen, bekommt eine Frühstückstüte und wird über interessante Themen auf dem Laufenden gehalten. Beim letzten Mal ging es um E-Commerce. "Wir wollen auch auf leichte Art Wissen vermitteln und dafür Räume außerhalb des normalen betrieblichen Umfeldes schaffen", erläutert Josch das Konzept.

Wissen auf leichte Art vermitteln

Speziell an Führungskräfte richtet sich "Redezeit", eine Vortragsreihe, die in den Abendstunden stattfindet. Die Otto Group lädt externe Referenten ein, um über Wirtschaft, Kultur und Politik zu sprechen. Zu Gast waren bislang unter anderem die Managementtrainerin und Diversity-Vorkämpferin Sabine Asgodom, der ehemalige Handballer und jetzige Wirtschaftsberater Jörg Löhr sowie die Journalistin und Russlandkennerin Gabriele Krone-Schmalz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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