Ein Hilfsmittel für schwierige Fälle

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 08. August 2013
Neue Wege: Julia Rohleder, Otto, und Verena Walter, Danone Waters, gehen aktiv auf Kandidaten zu.
Otto, Danone Waters
Neue Wege: Julia Rohleder, Otto, und Verena Walter, Danone Waters, gehen aktiv auf Kandidaten zu.
Danone Waters und die Otto Group nutzen für komplizierte Stellenbesetzungen den Xing-Talentmanager (XTM). Davon profitieren nicht zuletzt Talentpool und Employer Branding.
Danone Waters ist – für sich genommen – kein großer Arbeitgeber. Etwa hundert Mitarbeiter zählt die Zentrale in Frankfurt, davon arbeiten 30 im Außendienst. Doch zusammen mit den anderen deutschen Geschäftsbereichen des Konzerns – Milupa im benachbarten Friedrichsdorf und der Milchfrische bei München – ergibt sich eine Vielzahl von Jobperspektiven, die "ganz bewusst gefördert werden", sagt HR Business Partner Verena Walter.

Vakante Positionen versucht das Unternehmen zuerst aus den eigenen Reihen zu besetzen. "Wir wollen Talente in der Gruppe halten", begründet Walter. Immer gelingt das nicht, aber ab und an seien "frische Impulse von außen" auch positiv.

Gas geben bei Social Media

#/ZT# Dann schaltet Danone Walters üblicherweise Inserate auf Online-Jobbörsen und der eigenen Karriere-Site. Doch gerade IT-Experten seien manchmal schwer zu bekommen. So habe die Suche nach einem Mitarbeiter mit speziellen SAP-Kenntnissen auf dem klassischen Weg kürzlich kaum Bewerbungen gebracht.

Der Getränkeabfüller will deshalb in Sachen Social Media "richtig Gas geben" und auf Plattformen wie Xing und Kununu aktiver werden. Für schwierige Stellenbesetzungen nutzt Walter den Xing-Talentmanager, für den das Unternehmen seit Ende 2012 eine Lizenz hat. Der Danone-Geschäftsbereich Milchfrische in München habe bereits seit längerem mit Active Sourcing via Xing positive Erfahrungen gemacht.

An neue Kandidatengruppen herankommen

#/ZT# Es sei zwar erst einmal aufwändig, die passenden Kriterien herauszuarbeiten, entsprechende Projekte zu starten und die in Frage kommenden Profile zu durchsuchen. Aber man erreiche auf diese Weise potenzielle Bewerber, die "Danone Waters als Arbeitgeber ansonsten gar nicht auf dem Schirm haben".

Auch die Otto Group nutzt das Hilfsmittel vor allem für die Besetzung "schwieriger Vakanzen, zum Beispiel in den Bereichen E-Commerce und IT", sagt Julia Rohleder, Abteilungsleiterin Recruiting. Zunächst versucht das Unternehmen, auf traditionelle Art an Bewerber heranzukommen.

"Wenn der Rücklauf nicht zufriedenstellend ist, gehen wir in die Tiefe. Es gibt aber auch Positionen, bei denen es sich von vornherein anbietet, auf active Sourcing zu setzen." Inzwischen wurden bei Otto schon diverse Positionen mit XTM-Unterstützung besetzt. Das Unternehmen hatte bereits das Vorläufermodell des Recruiting-Tools im Einsatz und konnte bei der Entwicklung des Talentmanagers in der Zusammenarbeit mit Xing "eigene Impulse setzen".

E-Commerce und IT im Blick

#/ZT# Grundsätzlich versuche jeder Recruiter bei Otto heute, sämtliche Wege der Personalbeschaffung zu nutzen – von der klassischen Stellenanzeige bis hin zur Ansprache potenzieller Kandidaten in Fachforen oder über das Mitarbeiternetzwerk. Speziell um das Active Sourcing mit XTM kümmern sich drei Teilzeitkräfte. "Eine solche Suche ist zeitaufwendig, denn wir sprechen die Kandidaten erst nach intensiver Profil-Prüfung individuell an", so Rohleder. Massenmails an diverse Personen führen nicht zum Erfolg.

Beide Personalerinnen sind außerdem angetan von der Möglichkeit, mit Active Sourcing nicht nur konkrete Stellen zu besetzen, sondern auch an interessante Profile für den Talentpool heranzukommen. Denn selbst wenn ein Kandidat nicht hundertprozentig auf einen vorgesehenen Job passt, ist er vielleicht für die nächste Vakanz genau der Richtige – und man kann wieder auf ihn zugehen.

Danone-HR-Expertin Walter sieht darüber hinaus eine positive Wirkung des Tools auf das Employer Branding: "Ich kann über uns erzählen und den Leuten zeigen, was wir zu bieten haben."

(cd)

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